FeedDinarchus (grch. Deinarchos)
AllerleiBrockhaus 1882

Dinarchus (grch. Deinarchos), der letzte der zehn attischen Redner, ohne schöpferische Kraft, aber ein nicht ungeschickter Nachahmer älterer Redner, vornehmlich des Demosthenes, war um 361 v.K hr. zu Korinth geboren. Er studierte zu Athen, wo er seine Jugendjahre verlebte und sich des Umgangs mit Theophrast und Demetrius Phalereus erfreute, eifrig Beredsamkeit und verfertigte später, weil er als Fremder nicht In auftreten durfte, sür andere Reden, was ihm einen bedeutenden Gewinn brachte. Nach dem Sturze des Demetrius, dem er sich angeschlossen, wurde D. verbannt und begab 307 v. Chr. nach Chalkis auf Euböa. Erst 292 urfte er wieder nach Athen zurückkehren. Damals ielt er eine Rede in eigener Sache gegen seinen rühern Freund, der sein Vermögen veruntreut hatte. on seinen 58 Reden haben sich nur drei erhalten. Dieselben sind sämtlich in dem Prozesse wegen Haralos (s. d.) gehalten. Die größte und wichtigste runter ist die gegen Demosthenes. Dieselbe gibt von der rednerischen Kunst und noch mehr von dem olit. Verstand und dem Charakter des D. eine 0 ungünstige Vorstellung. Die erhaltenen Reen wie die Fragmente stehen in den Sammlungen der „Oratores Atticio von Sauppe und Müller. Eigene Ausgaben lieferten zuletzt Mätzner (Berl. 1842) und Blaß (Lpz. 1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 360Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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