Andoeides, berühmter attischer Redner im 5. Jahrh. v. Chr., geb. wahrscheinlich um 440 zu Athen, stammte aus einem edeln Geschlechte und mußte, in den Prozeß wegen der Verstümmelung der Hermensäulen verwickelt, 415 flüchtig werden. Nach dem Sturze der Dreißig Tyrannen (403) kehrte er zurück, mußte aber später, nachdem die von ihm an der Spitze einer Gesandtschaft zu Sparta verhandelten Friedensbedingungen verworfen worden waren, angeblich sein Vaterland nochmals und für immer verlassen. Doch ist diese Angabe unwahrscheinlich. Es sind unter des A. Namen vier Reden auf uns gekommen, von denen aber eine unecht ist, während die Echtheit einer andern zwar schon öfter (auch schon im Altertum), aber mit Unrecht, + % worden ist. Die rednerische Kunst des A. wurde schon im Altertum nicht eben hoch gestellt, und der Wert und das Interesse der erhaltenen Reden liegt auch außer in dem geschichtlich bedeutsamen Inhalt vielmehr gerade in der einfachen und natürlichen Sprache. Sie Retet in den Sammlungen der attischen Redner von eiske (Bd. 4), Bekker (Bd. 1), Baiter und Sauppe (2 Bde. beondersherarz und Müller (Par. 1847) und sind esonders herausgegeben von Schiller (pz. 1835) und Blaß (Opz. 1871, 2. Aufl. 1880), übersetzt und erläutert von Becker (Quedlinb. 1832).