Dinzeltag hieß in Bayern und Tirol der Tag, an welchem die Innung eines Gewerbes ihre festliche Zusammenkunft hielt, wobei die gemeinsamen wie er sich wohl wegen seiner Beziehungen zu Nerva nannte, während er von seiner außerordentlichen Wohlredenheit den Beinamen Chrysostomus, d. i. Goldmund, erhielt, ein griech. Rhetor, war zu Prusa in Bithynien um 50 n. Chr. geboren und stammte aus einer reichen und angesehenen Familie. Er genoß eine sehr sorgfältige Erziehung und beschäftigte sich frühzeitig mit der Philosophie, zwar nicht als Fachstudium und nicht als entschiedener Anhänger einer bestimmten Schule, wenn er auch eine besondere Vorliebe für die Lehre der Stoiker Leben sondern mit der Absicht, sie auf das praktische eben anzuwenden. Wie es im spätern Altertum Sitte geworden war, erwarb er sich seine Bildung igewdere durch Studien an den damaligen Hauptitzen der Litteratur und Kultur und durch größere eisen, und lebte dann zuerst in seiner Vaterstadt,‚ später in Rom, wo er mit Vespasian befreundet war, mußte aber unter Domitian Rom und Italien verlassen, worauf er große Reisen an der Nordküste des Schwarzen Meers machte. Die dort wohnenden Geten schilderte er in einem jetzt verlorenen Werke, betitelt Geticav. Nach der Thronbesteigun Nervas, mit dem er befreundet war, kehrte er nach Rom zurück und lebte hier, auch von Trajan hochgeschätzt, mit Ausnahme eines kürzern Aufenthalts in Prusa bis zu seinem Tode (117 n. Chr.). Er hielt als Rhetor in Rom wie in seiner Vaterstadt und auf seinen Reisen an verschiedenen Orten mit großem Beifall Vorträge. Erhalten sind von ihm noch 80 Reden, von denen aber nur ein Teil wirklich die Form von Reden hat, während die andern Aufsätze moralischen oder ir der der danen at n-Nun sind. Die Sprache ist der der besten attischen uster, namentlich der Xenophons und Platons glücklich nachgebildet. In allen seinen Schriften atmet eine reine Gesinnung und ein selbständiger, freisinniger Geist. Unter den ältern Ausgaben sind die von Morell (Par. 1604 und 1624) und Ernestine Christine Reiske (2 Bde., Lpz. 1784) hervorzuheben. R neuerer Zeit hat Emperius eine Ausgabe mit ritischem Apparat (Braunschw. 1844) und L. Dindorf eine Handausgabe (2 Bde., Lpz. 1857) geliefert. Vgl. Burckhardt, «Uber den Wert des D. Chrysostomus für die Kenntnis seiner Zeito im Neuen Schweizer Museumo (1864).