Chrysostömus (Johs.), Patriarch von Konstantinopel und einer der angesehensten Väter der alten Kirche, C., d. h. Goldmund genannt, wegen Indet hinreißenden Beredsamkeit. (Der Name ndet sich zuerst bei Isidor von Sevilla, gest. 636.) m J. 347 zu Antiochien geboren als Sohn des Secundus der magister militum orientis war, wurde C. durch seine fromme Mutter Anthusa im nißt, sind unter K aufzusuchen. christl. Glauben fest gegründet, von dem berühmten heidnischen Rhetor Libanius unterrichtet, und wandte 1 von der Thätigkeit eines Sachwalters bald der Beschäftigung mit der christl. Lehre zu. Der Bischof Meletius von Antiochien taufte ihn in seinem 23. Lebensjahre und weihte ihn zum Vorleser. Der ihm zugedachten bischöflichen Würde entzog er sich und wußte seinen Freund Basilius zur übernahme derselben zu bestimmen. Aus den bei diesem Anlaß zwischen beiden geführten Gesprächen ging des C. berühmte Schrift Uber das Priestertump hervor. Nach dem Tode seiner Mutter begab sich C. 374 zu den Einsiedlern in den Bergen bei Antiochien und widmete sich sechs Jahre lang dem beschaulichen Leben. In dieser Zeit entstanden die drei Bücher „Gegen die Feinde der Beförderer des Mönchtumsop und die Abhandlung Daß das Mönchtum höher und glückseliger sei als der Besitz der kaiserl. Würde y. Krankheit zwang C. das Einsiedlerleben aufzugeben; er kehrte 381 nach Antiochien zurück, wurde Diakon und 386 Presbyter. Von da an begann seine ausgedehnte und tiefgreifende Wirksamkeit als Prediger. Im J. 398 wurde C. durch onauti von Alexandria zum Enenne) n von Konstantinopel geweiht. Die trenge, mit welcher er hier dem sittlichen Verderben entgegentrat, machte ihm manche Geistliche und vor allem die sittenlose Kaiserin Eudokia zu — Dies benutzte sein Nebenbuhler Theophius von Alexandria, den C. durch Aufnahme der von ihm vertriebenen origenistisch gesinnten Mönche der Nitrischen Wüste gereizt Itm Theophilus kam nach Konstantinopel und hielt mit den Gegnern des C. 401 95 dem kaiserl. Landgut aZur Eiches (ad quercum) bei Chalcedon eine Synode, die ihn seines Amtes entsetzte. Kaiser Arkadius gab den Wünschen seiner Gemahlin nach und sandte C. in die Verbannung nach Bithynien. Das Volk ward dadurch beunruhigt, zumal man ein Erdbeben in der folgenden Nacht als Strafe des Himmels deutete. C. wurde dorgeun oinzennd en, vom Volk mit Jubel empfangen und in sein Amt wieder eingesetzt. Als einige Monate später Eudokia ihre silberne Bildsäule aufrichten ließ, sprach C. achen die abgöttischen Ehrenbezeigungen, mit welchen dieselbe eingeweiht wurde, und erregte dadurch den Haß der Kaiserin. Eine Synode seiner Gegner sprach die Absetzung über ihn aus, weil er, obgleich von einer Synode abgesetzt, sein Amt wieder angetreten 7011 ohne von einer andern Synode wieder eingeetzt zu sein. C. ward zum zweiten mal in die Verbannung geschickt nach Kukusus in Kleinarmenien. Daß Innocenz I. sich für ihn verwandte, hatte nur zur Folge, daß er nach Pityus in Kolchis gebracht ward. Unterwegs jedoch starb er an den Strapazen der Reise in einer Kapelle bei Komana 14. Sept. 407. Theodosius II. ließ 438 seine Gebeine nach Konstantinopel bringen und in der Apostelkirche feierlich beisetzen; später kamen sie nach Rom in die Kirche des Vatikan. Sein Gedächtnis feiert die griech. Kirche am 13. Nov., die n. am 27. Jan. Die Bedeutung des C. liegt ganz besonders darin, daß er zu einer Zeit, in welcher über dem Eifer für die Reinheit der Lehre die sittliche Reinheit des Lebens vielfach vernachlässigt ward, diese mit der Abern Energie seines festen Charakters forderte. berall betont er daher die ethische Seite des Christentums. Als Dogmatiker hat C. geringe Bedeutung und vertritt mit der ganzen griech. Kirche die Freiheit des Tundfaftene Willens. Als Exeget huldigt er den Grundsätzen der grammatisch-histor. Schristauslegung der Antiochenischen Schule. Als Kanzelredner ist er der bedeutendste des christl. Altertums. Erhalten sind gegen 1000 seiner Reden, teils fortlaufende Erklärungen biblischer Bücher, teils Predigten über einzelne biblische Geschichten, teils Belehrungen über einzelne Punkte des christl. Glaubens und Lebens, teils Gelegenheitspredigten. Seine Werke wurden herausgegeben von Savilius 8 Bde., Eton 1613), von Fronto Ducäus (12 Bde., zar. 1609—36), von Montfaucon (13 Bde., Par. 1718—38); einzeln erschienen De sacerdotio (herausg. von Bengel, 1725; Stereotypausg. 1825; deutsch von Beda Weber, Innsbr. 1833), eine Auswahl aus den Homilien von Matthäi (Meißen 1792, Lpz. 1807), von Burrmeister (Gött. 1816), in deutscher lbersetzung von Cramer (10 Bde., Lpz. 1748—51) und von Lutz (2. Aufl., Tüb. 1853). Vgl. Neander, «Der heil. Johannes C. » (3. Aufl., 2 Bde., Berl. 1848); Böhringer, Die Kirche Christi und ihre Zeugend (2. Aufl., 9 Bde., Stuttg. 1876); Förster, „C. in seinem Verhältnis zur Antiochenischen Schules (Gotha 1869); Thierry, 4C. et l'impératrice Eudoxier (2. Aufl., Par. 1874).