FeedDioräma
Bildende KunstBrockhaus 1882

Dioräma heißt ein Gemälde, worin die Anderungen der Beleuchtung, welche die verschiedenen Tageszeiten, die zunehmende und abnehmende Ta-Hen e in den dargestellten Gegenständen, Gegenen u. s. w. hervorbringen, künstlich nachgeahmt werden, wodurch die Täuschung des Beschauers um vieles erhöht und eine größere Natürlichkeit der Darstellung erzielt werden kann. In einigen Fällen ist damit das Verschwinden und Sichtbarwerden von iguren verbunden. Der franz. Maler Daguerre s. d.), nachmals als Erfinder der Lichtbilder noch erühmter geworden, 65 auch 1822 das D. erfunden, das später von Gropius in Berlin so bedeutend vervollkommnet wurde, daß seine Schaustellungen zu den Sehenswürdigkeiten der Residenz zählten, bis der Apparat 1851 nach Petersburg ging. Das Wesentliche des Verfahrens liegt darin, daß die Bilderfläche auf beiden Seiten bemalt und sowohl durch zurückgeworfenes als durch hindurchgehendes Licht beleuchtet wird, indem das Bild auf der Vorderseite (der erste oder hellere Effekt) das Licht von vorn, und zwar möglichst von oben, das Bild auf der Rückseite aber (der zweite oder dunklere Effekt) von hinten durch vertikale Fenster erhält; die letztern müssen geschlossen sein, während das erste Bild betrachtet wird. Dadurch, daß man das Tageslicht durch farbige Gläser gehen läßt, kann man ihm einen beliebigen Farbenton geben, z. B. den roten, welcher der Morgen-und Abendröte entspricht. Von Wichtigkeit ist, daß man sich einessehr durchsichtigen Stoffs bebient, dessen Gewebe möglichst gleichmäßig sein muß. Die Beifügung ge-Misser, mit dem dargestellten Gegenstande in Verbindung stehender Töne, z. B. Geläute, Rauschen des Windes u. s. w., ist zwar unwesentlich, kann aber dazu beitragen, den Zweck einer erhöhten Täuschung zu erreichen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 376Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6