Daguerre (Louis Jacques Mande), franz. Maler, bekannt als Erfinder der nach ihm benannten Daguerreotypie, geb. 18. Nov. 1789 zu Cormeilles im franz. Depart. Seine-Oise, war erst Steuerbeamter, wandte sich aber bald der Malerei zu und bildete sich unter Degotis Leitung im Dekorationsfach aus. Bald übertraf er nicht nur seinen Lehrer, sondern überhaupt alle seine Vorgänger namentlich durch seine staunenswerte Geschicklichkeit in der Behandlung und Benutzung der Licht⸗ und Beleuchtungseffekte. Eine ziemliche Anzahl von Opern, die in der Restaurationsepoche auf den pariser Bühnen zur Aufführung . verdankten einen Teil ihrer Erfolge den von D. gefertigten Dekorationen. Daneben lieferte er eine Reihe von Veduten und Panoramen, die sehr beifällig aufgenommen wurden. Außerhalb Frankreichs wurde sein Name zuerst bekannt durch das von ihm erfundene Diorama (. d.), das sich 1822—39 in Paris der günstigsten Aufnahme zu erfreuen hatte und durch Gropius auch nach Deutschland verpflanzt ward. Neben diesen künstlerischen Arbeiten beschäftigte sich D. auch anhaltend mit physik. Studien, besonders Über das Licht und dessen Wirkungen. Unter andern machte er Versuche zur Fixierung der Bilder in der Camera-obscura (s. d.), ohne zunächst zu Erfolgen zu gelangen. Er trat aber 1826 mit Joseph Nicéphore Nièpee (geb, 7. März 1765 zu Chälonsur-Saöne, gest. 3. Juli 1833 zu Gras bei Chälon) in Verbindung, einem frühern Kavallerieoffizier und wohlhabenden Privatmanne, der sich schon seit 1814 mit ähnlichen Versuchen beschäftigt hatte. Am 14. Dez. 1829 vereinigten sich beide durch gerichtlichen Akt zur gemeinschaftlichen Benutzung und Vervollkommnung — Verfahrens. Nach dem Tode Niepees setzte D. seine Untersuchungen selbständig fort und löste 1838 das große Problem, mit Hilfe des Lichts auf leicht ausführbare Weise dauerhafte Bilder herzustellen. (S. Daguerreotypie.) Die ersten Proben von Daguerreotypen legte Arago 9. Jan. 1839 der pariser Akademie öffentlich vor. Muf den Antrag Aragos und Gay-Lussacs (9. Juli und 2. Aug.) wurde D. eine jährliche Pension von 6000 und den Erben Niepees eine solche von 4000 Frs. bewilligt, wofür sie ihre Hehen. der Akademie zur Veröffentlichung überließen. D. selbst berichtete über dieselbe in der Schrift: «Historique et description des procédés du daguerréotype et du dioramas (Par. 1839), welcher er später, außer einigen Beiträgen zu periodischen Schriften, noch Nouveau moyen dé préparer la couche sensible des plaques destinées à recevoir les images photographiques o (Par. 1844; deutsch, Aachen 1844) folgen ließ. Stets mit der Vervollkommnung und Verwertung seiner Erfindung beschäftigt, starb er 12. Juli 1851.