Beleuchtung nennt man in der bildenden Kunst das Maß und die Stärke, sowie die Art des Lichts, welches man den Kunstobjekten zukommen läßt, um dieselben ihrer Eigentümlichkeit entsprechend für das Auge wirksam zu machen. Ferner bezeichnet man damit die in einem Gemälde selbst abbildlich wiedergegebene Lichtwirkung. Ihre wirkungsvolle Darstellung ist ebenso wohl ein Objekt des Studiums als der Virtuosität, welche letztere sich entweder in der Potenzierung des Glanzes darlegt, wie sie neuere Maler, z. B. A. Riedel in seinen füdl. Genrebildern oder E. Hildebrandt in seinen Darstellungen wärmerer Zonen, zu geben pflegen, oder sich in der Uberwindung der Schwierigkeiten versucht, die eine 4 . Wondlicht ugleich wirkende B. darbietet, wie z. B. Mondlicht, Feueresse, Fackel- und Lichtschein zusammen. olche Bilder biotet Nein die Niederländische Schule dar, in der sich auch Meister wie Schalken damit beschäftigten. Letzterer malte fast ausschließlich Bilder mit Lampenbeleuchtung. Eine besondere Gattung der B. im Bilde ist das Halbdunkel oder Clairobscur (s.d.). In Sammlungen oder Museen kommt am meisten die Seitenbeleuchtung zur Anwendung, um die Spiegelung von den Fenstern zu vermeiden. Aus demselben Grunde fig man in Museen, jedoch nicht mit durchaus günstigem Erfolge, B. von der Decke angeordnet. Zur B. plastischer Werke ist das Oberlicht durchaus ungünstig. Künstlerwerkstätten legt man so an, daß das Licht von Norden einfällt, um eine gleichmäßige B. zu haben. ö W und Beleuchtungsapparate. Die Mittel zur Hervorbringung eines dauernden künstlichen Lichts kommen fast durchgängig auf einen Verbrennungsprozeß zurück, würden also sehr zahlreich sein, wenn nicht die praktische Benutzbarkeit von Erfüllung mehrerer Bedingungen abhinge, die sowohl die — der Leuchtmaterialien (Leuchtstoffe) als der zur erbrennung dienenden Vorrichtungen (Beleuchtungsapparate) einschränken. Wohlfeilheit, Einfachheit und Bequemlichkeit der Apparate sind Hauptbedingungen, und weit iheit verzichtet man auf die höchste Schönheit (Reinheit und Weiße) sowie große Stärke des Lichts, wenn nur unverhältnismäßige Kostspieligkeit und zu künstliche Vorrichtungen vermieden werden. In dem Bestreben, die Hπ Beleuchtungsmittel aufzufinden, hat man selb au d ucht, die nicht auf der Verbrennung, sondern bisjetzt . sich für die prakti Großen nung bewährt; erst in neuester Zeit tritt die elektrische Beleuchtung für gewisse Zwecke mit der gewöhnlichen in ernstere Konkurrenz. Bei der gewöhnlichen Beleuchtung muß nicht nur die Verbrennung mit Flamme geschehen und eine längere Zeit mit großer Gleich können, sondern das den genügenden Grad diese Erfordernisse sowie durch den mstand, da die Materialien nicht ihrer Anwendung keine unangenehmen oder gar gesich die mit mehr oder keit begabten Lichtstoffe etwa auf Ulaus de 1) Fette, als: Gle verschiedener zenreiche (Baumöl, Tierreiche Thran, Walratöl); Talg und talgähnliche Pflanzenfette (3. B. Kokosnußöl, Palmwachs) sowie die daraus gezogenen Produkte, welche teils fest (Stearin, Palmitin, Stearinsäure und Palmitinsäure), teils flüssig (Olein und Olsäure) sind. 2) Wachs. 3) Walrat. 5) Atherische Gle, 7 Terpentinöl (unter dem Namen Kamphin), Erd⸗ o die flüssigen und festen Produkte der trockenen Destillation der Braunkohle und des Torfs (Photogen, Solaröl und Paraffin). 6) Ein Gemisch von starkem Weingeist mit rek sog. Leuchtspiritus). 7) Das Leuchtgas, welches Bogheadkoh stillation gewonnen wird. Sonach sind die Beleuchtungsmaterialien teils keiten, teils Gase. Wenn man vom Pech absieht, das in Pechpfannen und an Fackeln zur Verwendung kommt, werden die der erstern Art regelmäßig in Gestalt von Kerzen angewendet. Die flüssigen Beleuchtungsmaterialien hingegen werden in den verschiedenen Arten von Lampen gebrannt. Letztere unterscheiden si Docht den flüssigen Brennstoff direkt bis in die Flamme führt den Brennstoff nur so weit zur Flamme erhebt, daß er durch die Hitze der Flamme in Dampf verwandelt wird, worauf sich dann der Dampf entzündet und die Flamme 7 Diese zweite Art Lambof (Dampflampen) i offe, namentlich für Leuchtspiritus geeignet. Ausocht. (S. Lampen.) Das brennbare Gas bedarf, um zur Erleuchtung verbrannt zu werden, keiner vorbereitenden Erhitzung Jede Flamme ist eine im Brennen begriffene oder Dampfmasse. wird der brennbare gasförmige Stoff schon völlig gebildet und gereinigt an die Verbrauchsstelle gevendeten Flüssigkeiten oder feste Körper das Beleuchtungsnaterial abgeben, so haben diese vorläufig einen Zersetzungsprozeß durch die Hitze der Flamme selbst Auud Damh vermöge dessen sie sich in eine Gas⸗ und Dampfmenge von entzündlicher Beschaffenheit umwandeln, und damit dies auf die Uchen Lichtent Weise, nämlich unter der größtmöglichen Lichtentwickelung ohne Rauch und Qualm, stattfinde, sind eigene Vorkehrungen nötig. Die Kerzen sowie die aus einem Olgefäße mit darin direkt angebrachtem Dochte bestehenden Lampen leisten die beabsichtigte 4½½% in einfachster, allein auch uneh in so unvollkommener Weise, daß mittels derselben die Lichtentwickelungsfähigkeit des Brennstoffs nur unvollständig nutzbar Kit macht wird. Die Ursache dieser Man elhaftigkeit liegt zunächst wesentlich in der 38156 enheit des Dochts und in der Art, wie sowohl der Brennstoff als die das Verbrennen unterhaltende Luft der Flamme zugeführt wird. Am besten geschieht dies durch die gewebten, flachen, bandförmigen oder hohlen, rohrenförmigen ochte. Namentlich verdienen die letztern den Vorzug, weil vermöge der Röhrengestalt des Dochts die Zersetzung und Verdampfung des Brennstoffs auf eine dünne, ringförmige Schicht beschränkt wird und zufolge des innern Luftzugs die Verbrennung ebenso gut auf der Innenseite dieses Flammenrings als auf dessen Außenseite stattfindet, sodaß der dunkle und dampferfüllte Raum, welcher sich bei Kerzen und Lampen mit einfachem, faden⸗ oder schnurförmigem Dochte im Innern der Flamme zeigt, beseitigt ist. Diese äußerst wichtige Berbeszerutg der Brennapparate in Bezug auf Zuführung der zum Brennen erforderlichen Luft wird noch einflußreicher, indem durch Regulierung die Menge der herbeigeführten Luft genau auf das erforderliche Maß gebracht werden und durch Anbringung des Zugglases, welches die Luft um die Flamme zusammen ält, der schädlichen Abkühlung und dem Flackern des Flammenkörpers vorgebeugt werden kann. Um endlich der Bildung einer die Flamme verdunkelnden Dochtkohle (Schnuppe) zu begegnen, muß man mittels besonderer Einrichtungen das Brennmaterial nötigen, stets bis zu einer bestimmten, unveränderten Höhe anzusteigen, indem nur Dach genügende Speisung des obersten Teils des Dochts dessen Verkohlung + wird. Bei Kerzen erreicht man die Selbstverbrennung der Dochtkohle durch eine besondere Art des Flechtens des Dochtes, vermittelst welcher die äußere Spitze stets eine nach außen gekrümmte Gestalt annimmt; hierdurch wird die Spitze in den äußersten, heißesten Teil des Flammenkegels eführt und dort durch den hinzutretenden Sauertoff konsumiert. — icht alle Beleuchtungsmaterialien besitzen eine leiche Leuchtkraft und Lichtentwickelungsfähigkeit. Zugleich wird auch durch die mehr oder minder weckmäßige Konstruktion für einen und denselben rennstoff eine höhere oder geringere Lichtausbeute begründet. Es sind also die verschiedenen Beleuchtungsmittel, weil sie eine sehr ungleiche Leistung an den Tag legen, von sehr ungleichem ökonomischen Werte. Um hierfür einen Vergleichsmaßstab zu haben, mißt man die relative Hen Flam der unter günstigsten ien Niet9od brennenden Flammen nach photometrischen Methoden. (S. Photometrie.) Beobachtungen über die relative Leuchtkraft sind in Bezug auf die meisten Brennstoffe wohl vorhanden, doch nicht immer durchaus zuverlässig. Die Pflanzenöle unterscheiden sich in dieser Hinsicht nur wenig voneinander, wenigstens entwickeln das raffinierte Rüböl und Baumöl fast genau dieselbe Menge Licht aus gleicher Gewichtsmenge Substanz, wenn sie unter gleichen Umständen verbrannt werden. Die mineralischen Gle, Petroleum, Solaröl, Photogen, haben eine erheblich land he Leuchtkraft. Nach den Versuchen von Frankland haben folgende Mengen der Leuchtmaterialien gleiche Leuchtkraft: Paraffinöl 4,5, Petroleum 5,7, Solaröl 5,3 1, Paraffinkerzen 9,3, Walratkerzen 10,3, Wachsklerzen 11½,, Stearinkerzen 12,5, Talgkerzen 16,8 Kg. Wenn auch die Lichtstärke einer Flamme von der als die letztere die Bedingung zur Fortdauer des Brennens ist, so leuchtet doch die heißeste Flamme nur sehr wenig, wenn es in derselben an einem feinzerteilten, mit dem Dampf⸗ oder Gasstrome vermengten, festen 9.—155 fehlt, dessen Glühen gerade das meiste zur Helligkeit der Flamme thun muß. da den Lampen⸗ und Kerzenflammen sowie in den asflammen besteht diese Beimengung aus feinen Koblenwasertoe oder aus den Dämpfen schwerer Kohlenwasserstoffe. Eine Weingeistflamme, die an sich wenig sichtbar — leuchtet sogleich stärker, wenn man einen dünnen Draht — ält, den Weingeist mit etwas Terpentinöl versetzt, u. dgl. Die Flamme des in Gemisch mit Sauerstoffgas entzündeten Wasserstoffgases (Knallgas⸗ oder Hydrooxygengebläse) entwickelt einen der Ibenter 8 2 rade, leuchtet aber an sich höchst unbedeutend. Wird aber in diese Flamme ein Stück Kalk oder Kreide gebracht, so gerät dieses in ein so Dlendem Glühen, daß es mit einem außerordentlich blendenden weißen Lichte leuchtet. Dieses Licht, das zuerst 1825 von Drummond zu Signalen benutzt wurde und daher den Namen Drummondsches Licht erhielt, f. rt auch den Namen Kalklicht oder Siderallicht (. d.). Leitet man die Flamme des Knallgasgebläses auf kleine Cylinder von Magnesia, so erhält man das Magnesialicht, führt man Sauerstoffgas zu einer Lösung von Maphthalin in Petroleumäther, so er1—1 man das von U.H in Köln zuerst in Vorchlag gebrachte Carboxygenlicht. Das intensive Licht, welches beim Verbrennen von Magnesiumdraht entsteht, ist als Magnesiumlicht (s. d.) vielfach zur Beleuchtung in Vorschlag gebracht worden. Dasselbe ist indes noch zu theuer. Zur Beleuchtung von Bahnhofshallen, großen Arbeitssälen in Fabriken u. s. w. verwendet man neuerdings mit namhaftem Erfolge das elektrische Licht (s. d.), seitdem durch Siemens u. Halske die zu seiner Herstellung dienenden Vorrichtungen wesentlich verbessert und vereinfacht wurden. Vgl. die Hand⸗ und Lehrbücher der chem. Technologie von R. Wagner und von F. Knapp, ferner Hofmanns Bericht über die chem. Produkte auf der wiener Weltausstellung von 18735 (Braunschw. 1875), sowie Kerl und Stohmann Muspratt!, «Encyklopädisches Handbuch der technischen Chemie