FeedDiospyros L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Diospyros L., Dattelpflaume, eine schon den alten Griechen bekannte Pflanzengattung aus der Familie der Ebenaceen (Ebenholzgewächse), deren der Mehrzahl nach zwischen den Wendekreisen wachsende Arten Sträucher und Bäume sind, welche sich durch ein sehr hartes Holz auszeichnen. Sie haben abwechselnde, zweizeilig angeordnete, längliche und ganzrandige Blätter und blattwinkelständige, ge-Häuft stehende, diöcische Blüten mit glockig-fünflappiger Blumenkrone. Die männlichen Blüten besitzen einen glockigen fünfzähnigen Kelch und acht Staubgefäße, die weiblichen einen vierspaltigen Kelch und einen kugeligen, fünf pfriemenförmige Griffel tragenden Fruchtknoten, aus welchem sich eine am Grunde von dem vertrockneten Kelch umhüllte Beere entwickelt. ö Die Iüddem d Art ist D. Lotus L., ein in Nordafrika und dem Orient wild vorkommender, in Südeuropa hier und da angebauter und verwilderter, oft stattlicher Baum mit graugrünem Holz, eilanzettförmigen, spitzen, feinbehaarten Blättern, kleinen grünlichen Blüten und bläulichschwarzen, einer kleinen Kirsche gleichen, eßbaren Beeren. Diese Beeren sind, wenn sie längere Zeit gelegen oder einen Frost erlitten haben, wohlschmeckend; sie werden teils roh Wein teils bereitet man aus ihnen eine Art von ein. Sie sollen die Frucht sein, welche das fabelhafte Volk der Lotophagen, zu denen Odysseus auf seiner Irrfahrt gelangte, als Nahrungsmittel benutzte. Viel größere und süßere Früchte liefert der in China und Japan wachsende D. Kaki L. Vil. Seine Beeren haben die Größe einer Pflaume und eine gelbe Farbe. Auch in Amerika gibt es Arten dieser Gattung. Bekannt ist D. virginiana L., die Persimonpflaume, ein bis 20 m hoher Baum mit herben Früchten, welche einen vortrefflichen Branntwein liefern und auch zu Kuchen benutzt werden. Seine sehr bittere Rinde dient in Nordamerika als Mittel gegen Diarrhöe und Wechselfieber. Eine andere ostind., besonders auf Ceylon häufig vorkommende Art, D. Ebenum Rete., liefert das Ebenholz. Dieselbe wird über 12 m hoch, hat eine dunkelschwarze Rinde, eiförmige, fast lederartige Blätter, weiße Blüten und graubraune, olivenartige Früchte. Sein tiefschwarzes, feines, hartes und schweres Holz ist bekanntlich als Möbelholz sehr geschätzt und wird wegen seines hohen Preises von den Tischlern häufig betrüglicherweise durch das schwärzliche Kernholz des Bohnenbaums (s. Cxtisus) ersetzt. Auch andere Diospyrusarten liefern Ebenholz, so die ebenfalls in Indien und auf den ind. Ins eln vorkommenden Arten D. ebenaster Reta. und D. melanoxylon Roæb., ferner die auf Reunion und Isle-de-France wachsende D. melanidea Poir. Das sog. grüne Ebenholz stammt von der ostind. Art D. chloroxylon Eoæœb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 378Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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