Eberswalde, bis 1877 Neustadt-Eberswalde, Stadt in der preuß. Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Oberbarnim, 45 km von Berlin und 16 km westlich von Freienwalde, in 30 m Höhe, am nördl. Rande der Platte von Barnim, liegt in anmutiger Gegend am Einflusse der Schwärze in den Finowkanal und an der Linie Berlin-Stettin der Preußischen Staatsbahn, die hier nach Frankfurt a. O. abzweigt, ist Sitz eines Amtsgerichts und zweier Oberförstereien und zählt (1880) 11524 E. Der Ort hat zwei evang. Kirchen, eine kath. Kirche und eine Synagoge, seit 1877 ein Gymnasium, in der Nähe die Landirrenanstalt der Provinz Brandenburg und die 1830 von Pfeil begründete königl. Forstakademie mit der Hauptstation des forstlichen Versuchswesens und vielen Sammlungen. An Fabriken sind zu erwähnen eine große Hufnägel⸗, eine Dachpappen⸗ und Cementfabrik, eine Gasanstalt, zwei Bierbrauereien, große Ziegeleien und Sägemühlen. Auch findet bedeutender Holzhandel statt. E, erhielt 1257 Stadtrechte; 1747 entstand die Vorstadt durch Herbeiziehung von Messerschmieden aus Ruhla in Thüringen, welcher Industriezweig aber jetzt fast erloschen ist. In der Nähe befinden sich besuchte Waldpartien, wie beim Mühlenwerk Zainhammer, mit Wasserfall. ö