Dissoziation nennt man in der Chemie eine unter Aufnahme von Wärme bewirkte Zersetzung Prod Verbindungen in einfacher zusammengesetzte rodukte, denen die Fähigkeit zukommt, unter Freiwerden von Wärme sich wieder zu der ursprünglichen Verbindung zu vereinen. Verdampft man z. B. Salmiak, Chlorammonium NI. CI bei geeigneter Temperatur, so enthält der Dampf nicht mehr das ursprüngliche Salz, sondern dieses ist dissoziiert in Ammoniak NIIs und Chlorwasserstoff HCI, Die Wärme hat daher die chem. Affinität, welche die Atome im Molekül NH.CI verband, überwunden und hat das vorhandene Molekül in zwei neue Moleküle NH, IUICI gespalten. Treffen beide Moleküle darauf bei einer Temperatur zusammen, die für die D. nicht hinreichend hoch ist, so vereinen ie sich wieder unter Freiwerden von Wärme zu em Molekül NI. CI. Ebenso verhält sich Wasserdampf. Wird dieser auf eine genügend hohe Temperatur gebracht, so tritt D. ein unter Bildung von zwei Molekülen hrersent K und einem Molekül Sauerstoff, die ihrerseits sich bei jeder unter der Dissoziationstemperatur liegenden Temperatur sofort wieder zu Wasser verbinden. Häufig sind beide Temperaturgrenzen, wie in letzterm Beispiel, so nahe beieinander, daß die eingetretene D. sich der Beobachtung entzieht und nur unter Anwendung besonderer Vorsichtsmaßregeln sich nachweisen läßt.