FeedDizier (Saint⸗)
ErdkundeBrockhaus 1882

Dizier (Saint⸗), Stadt im franz. Depart. Obermarne (Champagne), an der hier schiffbar werdenden Marne, 20 km im N. von Vassy, an der Französischen Ostbahn, welche hier nach Vassy abzweigt, hat ein geistliches Kollegium, eine Handelskammer, das Departementsirrenhaus, ein neues Rathaus und Ruinen eines alten Schlosses und zählt (1876) 9453, als Gemeinde 12754 CE., die Hohöfen, Eisenhütten, Nagelschmieden, Baumwollwebereien, Ranusakturen für Siebe und Knopfmacherwaren unterhalten und Schiffbau und Handel mit Eisenwaren, Bauholz, Getreide und Mühlsteinen treiben. — D. hieß im Mittelalter St. Desiderii, weil hier der von den Vandalen erschlagene Bischof Desiderius von Langres begraben sein sollte. Die Stadt war früher eine wichtige Festung, welche sich 1544 sechs Wochen lang gegen Kaiser Karl V. behauptete. Am 25. Jan. 1814 griff der russ. General Fürst Tscherbatow die Franzosen hier an und trieb sie auf Vitry zurück. Dagegen schlugen letztere unter Milhaud 27. Jan. den Grafen Lanskoi aus der Stadt. Am 30. Jan. wurde dieselbe von den Preußen unter Hork der franz. Division Lagrange entrissen, dagegen 26. März vom Marschall Oudinot, nach Besiegung Wintzingerodes, erstürmt. i. .„damit beginnende orient. Wörter, welche man hier vermißt, sind unter Dsch . . . aufzusuchen. Diak, Malaienstamm auf Borneo, s. Dayak. Diak (russ.), d. h. Sekretär, Schreiber, abgeleitet vom lat. diaconus, weil in Rußland die ersten Schriftkundigen Geistliche waren und Glieder der niedern Geistlichkeit als Schreiber benutzt wurden. Auch in der spätern Zeit blieben diese Professionen einander nahe: wer lesen und schreiben gelernt hatte, wurde entweder Geistlicher oder Schreiber bei den Fürsten, Bojaren oder Bischöfen. In Moskau bildete sich mit der Vermehrung der Verwaltungsgeschäfte und der zunehmenden Centralisation nach mongol. Muster eine Klasse von Schreibern in den Behörden aus, die zu den Dienstleuten (s. d.) zählten, aber doch vielsach zu den übrigen Dienstleuten im Gegensatz standen. Die Sekretäre hießen djal, die Unterschreiber poddjaczije. Ihre ganze Bildung bestand in der Kenntnis des Kanzleigeschäftsganges. Da die ganze Verwaltung nicht nach festen Gesetzen, sondern nach dem Ermessen des Zaren und seiner Ratgeber und augenblicklichen Verordnungen geführt wurde, so beherrschten diese Routiniers die Geschäfte durch ihre Kenntnis der Peroronungen und der Details in der Masse der Verordnungen. Bei den obern Klassen, die ohne diese Beamten ratlos waren, waren sie verachtet, beim Volke wegen Käuflichkeit und Erpressung verhaßt, besonders die niedern Beamten. Auch jetzt noch wird der Ausdruck poddjaczi und dessen Ableitungen zur Bezeichnung verrotteter und bestechlicher Bureaukratie gebraucht. Die Gesamtheit der bureaukratischen Beamten des moskauischen Zarentums wurden zusammengefaßt unter dem Namen prikasnyje ljudi. Eine angesehene Stellung nahmen die dumnyje djaki ein, welche an der Spitze der Kanzlei der zarischen duma des Bojarenrats standen. [kovar. Diakovar, Marltflecken in Slawonien, s. Dia-Diaus (grch. ³s) ist in der ind. Mythologie der Gott des Himmels und der Gemahl der Erde (Prithivi). Nach einer wohl schon indogerman. Vorstellung gehen aus der Vereinigung beider sowohl die Götter wie die Menschen hervor. Beide werden in der Regel zusammen angerufen, zuweilen auch D. allein und zwar häufig als Dyaushpitar (Leus NHτν, Jupiter, Diespiter). Diebeil, jetziger Name der altphöniz. Stadt Byblos (s. d.). Dieryb ist in der Türkei seit Einführung des franz. metrischen Systems (1.113.] März 1874) der Name des Hektar ⸗ 100 a. Dioma, Fluß im europ. Rußland, entspringt im Obschtschij Syrt und mündet nach einem Laufe von gu kmubei Ufa in die Bjelaja, einen Nebenfluß der ama. Diunny-mys, d. h. Dünne Spitze, ein Vorgebirge an der Ostküste von Sachalin, unter 51.53“ nördl. Br. und 216 47“ östl. L. (von Ferro). Das Vorgebirge hat ein sandiges Ufer und besitzt die Form eines runden Hügels.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 409Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6