Dobrudscha (bulgar. Dobritsch), der südöstl. Teil Rumäniens, auf dem rechten Ufer der Donau und durch diese von der Walachei und Rußland .0 stößt im O. an das Schwarze Meer. ie D. bedeckt einen Flächenraum von 15812 qkm. Zwischen dem Schwarzen Meere und der Donau wird die D. von einer halbinselartig von den Vorbergen des Balkan gegen Nordosten vorspringenden, vielfach zerschnittenen Hochfläche erfüllt, welche bei Rassowa die nördl. Wendung des Stroms veranlaßt und teils mit steppenartiger Vegetation, teils aber auch mit ausgedehnten Getreidefeldern bedeckt ist. Der nördlichste Teil bildet das sumpfige Deltaland der Donau. Die Bewohner des Landes (120000) sind teils bulgar. Türken (Turkomanen), teils Tataren aus Budschak und der Krim, welche in Dörfern wohnen, Ackerbau, Vieh⸗ und Bienenzucht treiben, teils Rumänen, Griechen, Armenier und Juden, die sich mit Handwerken, Fischerei, Salzbereitung und Handel beschäftigen. Der Donau entlang wohnen fast nur Rumänen und an dem Rasinsee die Bulgaren, die sich neben Ackerbau und Fischerei auch mit Salzgewinnung beschäftigen. Die bedeutendsten Ortschaften sind Küstendsche (I. d.) oder Constantza am Schwarzen Meer, Hauptstadt der D. seit der rumän. Verwaltung, in letzter Zeit auch als Seebad aufblühend; ferner im Norden Babadag (s. d.), das früher als shin, Fa alt, die Donaustädte Hirsowa, Matchin, Isaktschi und Tultscha (sämtlich rumänisch), im Süden Basardschik (s. d.) und Baltschik (die letztern beiden bulgarisch). Etwa in der Mitte, zwischen Czernawoda unweit abwärts vom Knie der sich gegen Norden wendenden Donau und Constantza wird die D. von alten röm. Wällen (dem sog. Trajanswall) und seit w1860 von der Danubisch-Pontischen 11 durchschnitten. An dieser Bahn ist, ziemlich gleich weit von beiden Endpunkten, seitdem die ganz neue Stadt Medschidieh (s. d.) entstanden. ů Die D., seit 29 v. Chr. zur röm. Provinz Moesia gehörig, bildete seit der Verwaltungsorganisation der Kaiser Diocletian und Konstantin I. die Provinz Scythia minor; im Anfang der Völkerwanderung wohnten hier die Goten, dann die Gepiden; seit dem Kaiser Heraklius (610—641) besetzten Slawen das Land. Im J. 679 kam die D. unter die Herrschaft Bulgariens, war 971 — 1186 byzantinisch, 1186—1396 abermals bulgarisch und 1396 —1878 türkisch. Das Land hat, ungeachtet der ungunstigen Bodenbeschaffenheit für die Bewegung einer Armee, doch große strategische Wichtigkeit, indem es von Norden her den bequemsten Weg nach Konstantinopel darbietet. Diesen schlugen die Russen 1828 mit Erfolg ein. Auch 1854 überschritten sie bei Braila, Galacz und Tultscha 23. März die Donau und nahmen 2. April am Trajanswall Stellung, wodurch die Bedeutung der von Omer-Pascha gewählten und stark befestigten Stellung von Widdin und Kalafat aufgehoben wurde. Nach dem Rückzuge der Russen über die Donau unternahm im Hochsommer 1854 eine franz. Division unter General Espinasse einen Zug in die D., auf dem dieses Korps durch den Mangel an allem Notwendigen, namentlich an Wasser, durch die Hitze und die Cholera empfindliche Verluste erlitt. Im Russisch-Türkischen Kriege von 1877—78 kam die D. weniger zur Geltung. Im Berliner Vertrag von 1878 wurde sie Rumänien einverleibt und wird seitdem im occidentalen Sinne verwaltet. Viele Türken und fast alle Tscherkessen sind seitdem ausgewandert. Vgl. Peters, «Grundlinien zur Geographie und Geologie der D.y (2 Bde., Wien 1867 —68); Kanitz, Donau-Bulgarien und der Balkanvo (Bd. 3, Lpz. 1879. Do — oder Dobrinj, Dorf im russ. Gouvernement Orel, Kreis Sjewsk, 20 km von Sjewsk, an dem Flusse Sjewa, mit 562 E. In alten Zeiten wurde dieses Dorf Dobrynjitschi genannt; im J. 1605 wurde hier der falsche Demetrius, welcher sich nach Sjewsk geflüchtet hatte, von den Wojwoden Boris Godunows geschlagen. „Dobruschka (czech. Dobruska), Stadt im nordöstl. Böhmen, Bezirkshauptmannschaft Neustadt an der Mettau. Die Stadt, teils in der Niederung, teils auf einer Berglehne liegend, zählt (1880) 3036 E. böhm. Zunge, die ihren Erwerb größtenteils in der Feldwirtschaft, teilweise auch in der Weberei finden. Auf den bedeutenden Wochen- und Jahrmärkten wird insbesondere Getreide, Flachs und Garn verkauft. D. gehörte früher zum Gutskörper von Opotschno, welche Stadt mit dem sehenswürdigen Colloredoschen Schlosse südwestlich davon liegt.