Dochnahl (Friedr. Jak.), namhafter Pomolog, geb. 4. März 1820 in Neustadt an der Hardt, wandte sich Em Gartenbaufache zu und betrieb dabei vorzugsweise botan. und pomologische Studien. D. verlegte 1849 seinen Wohnsitz nach Wachendorf und Radolzburg in Mittelfranken, wo er sich besonders durch die Gründung der Haffnerschen Baumschule, sowie durch sein allgemeines Wirken für die Verbesserung des deutschen Obst- und Weinbaues, namentlich durch Einrichtung von Obstausstellunen, verdient machte; 1861 zog er wieder nach Neutadt zurück und lebt seitdem in der Nähe dieser Stadt auf seinem Schlößchen Kirrweiler. Sein Ruf als Pomologe und Onologe ist ein bedeutender; er hat seinen Namen vor allem der Gründung eines besondern pomologischen Systems und seiner Thätigkeit für eine rationelle Weinverbesserung im Sinne Galls, Chaptals und Petiots und für künstliche Weinbereitung ohne Trauben mit und ohne Gä⸗ * zu verdanken. Die Weinbereitung aus den Trebern auf kaltem Wege durch Auslaugen mit Weingeist und Wasser wird nach ihm Dochnahlisieren genannt. In neuester Zeit wirkt er als Sachkenner vielseitig zur Verbreitung der edlern Weidenkultur. Auch als Schriftsteller entwickelt D. eine reiche Thätigkeit, wofür seine zahlreichen Publikationen Zeugnis ablegen. Er gab heraus: „Pomona. Zeitschrift für Obst⸗ und Weinbau v (16 uhnor Nürnb. 1851—66), „Die Lebensdauer der Kulturpflanzen (Berl. 1854), (Katechismus des Weinbaueso (2. Aufl., Lpz. 1873), Obstkunder (4 Bde., Nürnb. 1855—60), «Bibliotheca hortensis von 1750—1860 (Nürnb. 1861), «Taxation der Obstbäume bei Bahnbauteno (Worms 1869), Chronik von Neustadt a. d. Hardto (Neustadt 1867), Anleitung die Holzpflanzen Deutschlands an ihren Blättern und Zweigen zu erkenneno (Nürnb. 1860), „Künstliche Weinbereitungy (3. Aufl., Frankf. 1878), „Die neue Weinbereitung mit und Rut Kelter (Frankf. 1873), „Der Weinkeller: Mitteilungen über Weinbau, Obst⸗ und Traubenweinbereitungv 0 Hefte, Frankf. 1873—76), «Adreßbuch der Weinändler in Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweizy (2. Aufl., Kreuznach 1880), Die Band- und Flechtweiden und ihre Kultur als der höchste Ertrag des Bodensv (Frankf. 1881). Außerdem hat mehrere Schriften neu bearbeitet, so: Metzgers „Gartenbucho, Heines Obstbaumschuley u. s. w.