Dünkelberg (Friedr. Wilh.), Begründer der heutigen Kulturtechnik, geb. 4. Mai 1819 zu Schaumburg a. d. Lahn, besuchte das Gymnasium zu Weilburg und widmete sich dann der Landwirtschaft, in welcher er sich sowohl praktisch als auch theoretisch ausbildete, letzteres durch den Besuch des Landwirtschaftlichen Instituts Hof Geisberg bei Wiesbaden, der Universität Gießen und des Freseniusschen Laboratoriums in Wiesbaden. Schon damals beschäftigte sich D. vornehmlich mit dem Bau und der Verbesserung der Wiesen. Nachdem er von 1847 bis 1855 verschiedene Stellen als Lehrer der Naturwissenschaften, Geodäsie und des Wiesenbaues in Merchingen Whemer nal in Poppelsdorf und in Hof Geisberg bekleidet hatte, wurde er 1855 zum Generalsekretär des Vereins nassauischer Land⸗ und in erwählt und zugleich zum Redacteur des ereins⸗-Wochenblattes und Administrator der Versuchswirtschaft, ferner zum Kommissar für die Melioration des hohen Westerwaldes ernannt. In dieser Stellung 1861 zum zöml nominiert und 1867 als Mitglied des königl. preuß. Landes-Okonomiekollegiums abgeordnet, eröffnete D. hier d Drainage. Im J. 1870 richtete D. das Versuchsrieselfeld für städtisches Kanalwasser am Kreuzberge bei Berlin ein und trug als Mitglied der betreffenden Kommission wesentlich zur Beschlußfassung der Stadtverordneten zu Gunsten dieser Einrichtung bei. Im April 1871 Rbon die Berufung D.s zum provisorischen Direktor der landwirts aftlichen Akademie Poppelsdorf, welcher ein Jahr später die definitive Anstellung folgte. Hervorragend und für die Landwirtschaft höchst segensreich hat D. hier namentlich durch die im Sommersemester 1876 bewirkte Gründung eines besondern Kursus für Kulturtechnik gewirkt, welcher sich einer bedeutenden Frequenz erfreut. Im J. 1878 wurde D. zum Geh. Regierungsrat ernannt. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: «Der Wiesenbau in seinen landwirtschaftlichen und technischen Grundzügen (2. Aufl., Braunschw. 1877), Encyklopädie und Methodologie der Kulturtechnik (2 Bde., Braunschw. 1883).