FeedDonator (lat.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Donator (lat.), der eine Schenkung Machende, Geber, Stifter; Donatrix, Geberin, Stifterin. „Donatus (Alius), berühmter röm. Grammatiker und Rhetor, lehrte um die Mitte des 4. Jahrh. n. Chr. zu Rom und verfaßte namentlich eine lat. Grammatik (Ars). Dieselbe ist in einer kürzern und einer ausführlichern Bearbeitung (in drei Büchern) erhalten. Da diese Grammatik aus den gleichen Quellen a‚ derf: ist, wie die Grammatiken des Charisius und des Diomedes, so stimmt sie vielfach mit ihnen überein. Die Grammatik des D. wurde aber weitaus am meisten gebraucht und kommentiert. arh ihr beruhte im Mittelalter der gesamte grammatische Unterricht, weshalb man auch die lat. Elementargrammatik geradezu den Donat und einen Verstoß gegen die gewöhnlichen Regeln derselben einen Donatschnitzer nannte. Der Donat war auch das erste der Bücher, auf welches die Briefdrucker den Holzdruck anwendeten, und es gehören solche Exemplare des D. zu den größten bibliogr. Seltenheiten. Vgl. Sotzmann, «Alteste Geschichte der Xylographiev im «Histor. Taschenbuch v (1837). Die beste Ausgabe der Grammatik nebst den Kommentaren ist die in Keils Grammatici Latinio (Bd. 4). Außerdem schrieb D. einen Kommentar zu Terenz. Derselbe ist teilweise (fünf Stücke des Dichters umfassend) in dem erhaltenen Kommentar zu Terenz, der eine Kompilation von zwei oder drei Kommentaren ist, mit überliefert und in den meisten ältern Ausgaben des Terenz abgedruckt, zuletzt in der von Klotz Huat 1838 —40). Auch einen Kommentar zu irgil hat D. verfaßt, wovon namentlich das Vorwort nebst einer wertvollen Lebensbeschreibung Virgils und die Einleitung zu den „Bucolica dieses Dichters noch vorhanden ist. — Von Alius D. zu unterscheiden ist der spätere Grammatiker (um 400 n. Chr.) Tiberius Claudius D., von dem ein unbedeutender Kommentar (Interpretationes o) zu Virgils «Aeneis » überliefert ist. Er wurde in Neapel 1535 und in den Virgil-Ausgaben des Fabricius (Bas. 1561) und Lucius (Bas. 1613) gedruckt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 460Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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