FeedDonische Steppen
ErdkundeBrockhaus 1882

Donische Steppen, derjenige Teil der großen südruss. Steppenzone, welcher fast das ganze mittlere und untere Stromgebiet des Don einnimmt, oder das Land der Donischen Kosaken (s. d.). Es erstrecken sich demnach die Donischen Steppen von Norden nach Süden von den Grenzen der Gouvernements Charkow und Woronesch bis an das östl. Ende des Asowschen Meeres und bis an den Manytsch; von Westen nach Osten von der Grenze des Gouvernements Jekaterinoslaw bis etwa zur Wasserscheide zwischen dem Don und der Wolga. Der Bodencharakter der en ein seh Steppen ist in den verschiedenen Gegenden ein sehr mannigfacher; in dem Teile östlich vom Don, der im N. von der Medwediza begrenzt wird, stellt er eine weit ausgedehnte einförmige, flache Ebene dar, die eine natürliche Fortsetzung der großen aralo-kaspischen Niederung bildet. Die Einförmigkeit der Ebene wird hier nur ab und zu durch künstlich aufgeworfene Hügel unterbrochen, sog. Kurgane (s. d.). Der Boden ist hier salzhaltig und daher auch wenig fruchtbar, an fließenden Gewässern herrscht ein großer Mangel, und auch der Manytsch und der Sal sind sehr wasserarm und besitzen eine kaum merkliche Strömung. Der Charakter der Vegetation in diesem Teile der Steppe ist von der europ. Flora gänzlich abweichend und trägt durchaus den Typus der aralo-laspischen Flora. Ziemlich zahlreiche Gräser, Artemisien und andere Korbblütler treten in großer Menge auf, ohne gerade einen zusammenhängenden Rasen zu bilden. Besonders charakteristisch für den Salzboden sind die Chenopodigceen. An den fließenden Gewässern findet sich auch niedriges dden Im Osten kann nur Viehzucht getrieben werden. Der übrige Teil der Donischen Steppen bildet eine höher gelegene Ebene, die im Kreise Donez einen welligen oder hügeligen Charakter annimmt. Am Choper und teilweise an der Medwediza werden diese Bodenerhebungen noch bedeutender, und im Kreise des Mius, der sich in das Asowsche Meer ergießt, also den südwestl. Teil der Donischen Steppen bildet, trägt die Gegend vollständig das Gepräge einer Hügellandschaft. Zwischen dem Mius und der Krynka erreichen die Hügel eine Höhe von mehr als 135 m. Einige von ihnen liegen in Gruppen zerstreut und haben eine konische Gestalt, andere haben das Aussehen von liegenden Prismen und werden von tiefen Schluchten mit steilen Felswänden voneinander getrennt. Die bedeutendsten Gewässer in diesem Teile sind;: der Choper, die Medwediza, der Tschir, der Mius und Kalmius. Der Boden besteht hier größtenteils aus schwarzer Erde oder Thon, ist deshalb sehr fruchtbar und zum Ackerbau geeignet, was in der östl. Hälfte der Donischen Steppen nicht der Fall ist. Die Unterlage dieses fruchtbaren Bodens besteht aus Kohlen und Kreideformation. Auch ist die Vegetation hier üppig, während die Salzpflanzen fast vollständig fehlen. Am rechten hohen ler des Don wird Weinbau getrieben, in den Flußthälern finden sich bisweilen Wäldchen, oder doch wenigstens größere Baumgruppen von Eichen, Ulmen, Eschen, Ahorn, wilden Apfel-, Birnbäumen, Pappeln u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 471Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6