FeedDosso Dossi (Giovanni)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Dosso Dossi (Giovanni), mit seinem eigentlichen Namen Giovanni di Niccold di Lutero, ital. Maler, war wahrscheinlich in Trient 1474 oder 1479 geboren; Dossi hieß er von einem Gute bei Mantua, welches seinem Vater gehörte. Er scheint in Ferrara, wohin der Vater in Diensten des Herzogs zog, bei Lorenzo Costa gelernt zu haben, mit dem er auch 1512 in San-Sebastiano zu Mantua malte. Er arbeitete dann viel mit seinem jungern Bruder, wurde 1516 in Ferrara ansässig, machte dann aber noch größere Reisen in Italien, welche ihn in Rom auch kurz vor Rafgels Tode mit diesem in Berührung brachten. Seit 1527 verweilte er vorzugsweise in Ferrara, wo er für den Herzog die Fresken im Kastell malte, aber er hat auch an den Fresken im Kastell von Trient Anteil. Später entwarf er die Zeichnungen für die Majoliken der herzogl. Fabrik in Ferrara; 1532 entstand die Disputa (jetzt in Dresden), 1536 Christus unter den Schriftgelehrten für den Dom zu Faenza (jetzt verschollen) und 1542 das Altarbild der Brüderschaft della morte zu Modena. In diesem Jahre starb der Künstler. D.s Stil ist eine eigentümliche Vereinigung von Elementen, welche an Rafael, an Tizian, an Correggio erinnern, dazu kommt die ihm eigentümliche Neigung zum Phantastischen, Seltsamen. Ariost hat ihn als Künstler gefeiert. Die meisten seiner Werke besitzen Modena und Ferrara, von deutschen Galerien hat die wiener einen heil. Hieronymus. Im Palast Borghese zu Rom ist seine Circe im Walde, ein berühmtes, wunderliches Gemälde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 501Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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