FeedDosenlibelle oder Centrumniveau
TechnikBrockhaus 1882

Dosenlibelle oder Centrumniveau, ein in der Geodäsie gebrauchtes Instrument (eine Art Theodolit, s. d.), ist ein kreisrundes messingenes nach oben durch einen Glasdeckel verschlossen ist, der nach außen hin plan, nach innen konkav geschliffen ist. Der Durchmesser des Gefäßes beträgt etwa 80 mm, die Höhe 15 — 20 mm. Der Glasdeckel ist luftdicht in den Rand des Gefäßes eingesetzt und verkittet. Der Boden hat einen vorstehenden Rand (AD); in die Mitte des Bodens ist ein durch eine Schraube verschließbares Loch gebohrt, durch welches die Dose mit Alkohol oder Ather so weit gefüllt wird, daß nur noch eine kleine Luftblase zurückbleibt. Um den Mittelpunkt des Glasdeckels sind einige Ringe in das Glas gedreht, um die Abweichung der Blase vom Centrum richtiger beurteilen zu können. Der Krümmungsradius des Glasdeckels beträgt etwa Im. Die D. dient dazu, Ebenen auf ihre horizontale Lage zu prüfen und richtig zu stellen. Stellt man die D. auf die zu prüfende Ebene, so wird die Luftblase die höchste Stelle des Flüssigkeitsniveau einnehmen; steht der untere Rand horizontal, ist also die Ebene selbst horizontal, so ist die höchste Stelle des Flüssigkeitsniveau das Centrum der konkaven Glasfläche; stellt sich also die Luftblase in diesem Centrum ein, so ist der Rand A0 der D., somit die zu prüfende Ebene horizontal. Stellt sich dagegen die Blase seitwärts vom Centrum, so steht die Ebene schief, und zwar ist die Seite derselben, nach welcher hin die Blase steht, höher als die entgegengesetzte. Um die Ebene horizontal zu stellen, wird man also bei der Berichtigung sich ganz nach der Lage der Luftblase zu richten haben. Natürlich muß vorausgesetzt werden, daß die Libelle selbst richtig konstruiert sei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 501Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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