Douay (Felix Charles), Bruder des vorigen, geb. 14. Aug. 1816, zeichnete sich in Algier und in der Krim aus, war mehrere male Kommandant des Lagers von Chälons und kommandierte 1859 in Italien eine Brigade im Korps des Generals Niel. Bei Solferino befand er sich in der Vorhut, nahm an der Erstürmung von Medole teil und drang bis Robecco vor, wurde aber schwer verwundet. Wiederhergestellt, erhielt er den Rang eines Divisionsgenerals und führte als solcher 1861 die Vorhut des franz. Expeditionskorps in Mexiko bis zur Besetzung der Hauptstadt. Im Jan. 1863 schlug D. den mexik. General Uraga, welcher mit 15 000 Indianern Mexiko, wo nur geringe franz. Streitkräfte standen, durch einen Handstreich wegzunehmen suchte. Später wurde er mit einem Kommando im Norden Mexikos betraut und hatte sein Hauptquartier in San-Luis; beim Rückzuge des Expeditionskorps führte er die Nachhut. Nach der Heimkehr wurde D. Generaladjutant des Kaisers und Kommandeur der 1. Division der Armee von Paris. Beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 — 71 erhielt D. den Oberbefehl über das 7. Armeekorps, das sich bei Belfort versammelte. Eine seiner Divisionen (Conseil-Dumesnil) wurde an den Oberrhein vorgeschoben und später von Marschall Mac-Mahon mittels Eisenbahn nach Wörth herändepogen wo dieselbe an der Schlacht teilnahm. Nach der Niederlage des Marschalls wurde D. mit dem Reste seiner Truppen, unter denen sich auch die aus Rom zurückgezogene franz. Besatzung befand, nach Chälons berufen, nahm an den Schlachten von Beaumont und Sedan (s. d.) teil und geriet bei der Kapitulation 2. Sept. 1870 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Aus letzterer nach dem Friedensschlusse zurückgekehrt, erhielt er den Oberbefehl über die bei Auxerre zu formierenden Truppenkörper, zu denen noch 26. April 1871 die bei Cherbourg durch General Ducrot organisierten Streitkräfte kamen. Mit diesen Truppen, die das Centrum der unter den Oberbefehl des Marschalls Mac-Mahon gestellten Armee von Versailles bildeten,‚ besetzte er in den Kämpfen gegen die pariser Commune 6. Mai Boulogne und war nach einer Reihe von Gefechten, in denen ihm Jaroslav Dombrowpsli gegenüberstand, der erste, der 22. Mai durch das Thor St.⸗Cloud mit seinen Truppen in die Hauptstadt eindrang und dann den Regimentern des Generals Cissey die Thore Vanvres, Issy und Grenelle öffnete. Seiner entschlossenen Führung und . 8 ist die Rettung des von den Kommunisten in Brand gesteckten Louvre (26. Mai) zu danken, sowie ferner am nächsten Tage die Einnahme des Stadtbezirks Belleville. Wenige Tage nach der Unterwerfung der Stadt wurde D. mit seinem Armeekorps nach Lyon gesandt und ihm das Kommando der Territorial-Militärdivision des Rhöne übertragen. Nach der Reorganisation der franz. Armee 1873 erhielt er das Kommando des 6. Armeekorps mit dem Sitz in Chälons-⸗sur-Marne. D. starb 4. Mai 1879 zu Paris.