Durutte (Francois Joseph), franz. General, geb. 14. Juli 1767 zu Douai, trat jung in die franz. Armee, zeichnete sich 1809 in Italien als Divisionsgeneral aus, stand 1812 zunächst in Berlin, darauf in Danzig, rückte im Dezember als Verstärkung der Großen Armee nach Rußland nach und nahm unter Reynier 13. Febr. 1813 an dem blutigen Treffen bei Kalisch teil. Während des Feldzugs in Deutschland führte D. eine Division des Reynierschen Korps, umging bei Bautzen den rechten Flügel der Verbündeten, nahm bei Großbeeren die zurückgeworfene sächs. Division Sahr auf und stellte bei Dennewitz die schon verlorene Schlacht durch sein Eingreifen, allerdings nur für kurze Zeit, wieder her. In der Schlacht bei Leipzig verteidigte D. Reudnitz und erlitt am 18. Okt. starke Verluste infolge des Übertritts der sächs. Truppen, hielt am 19. Okt. die Rosenthaler Vorstadt besetzt und bildete auf dem Rückzuge die Nachhut der Franzosen. Im J. 1814 verteidigte er die Festung Metz und entsetzte Diedenhofen. Nach Napoleons Abdankung erklärte sich D. für die Bourbons, schloß sich jedoch 1815 Napoleon wieder an und befehligte eine Division im Korps von Drouet d'Erlon; in der Schlacht bei Waterloo griff er mit großer Tapferkeit Pappelotte und La Haye an. Nach der .A½1. Restauration wurde er nicht wieder angestellt und lebte in Zurückgezogenheit. D. starb 18. Aug. 1827 zu Mpern. Durny (Victor), franz. Historiker und Unterrichtsminister, geb. 11. Sept. 1811 zu Paris, besuchte die Normalschule, war Lehrer der Geschichte am Gymnasium Henri IV. zu Paris, dann an der Normalschule und an der Polytechnischen Schule, Inspektor der pariser Akademie, 1861—62 Generalinspektor des Sekundärunterrichts und wurde 23. Juni 1863 von Napoleon III., bei dessen histor. Arbeiten er mitgeholfen hatte, zum Minister des öffentlichen Unterrichts ernannt. Er setzte viele Reformen durch, z. B. Einführung des Studiums der neuesten Geschichte in die Gymnasien, Abschaffung der sog. «Bifurcationo, Begründung des espeziellen Sekundärunterrichtsv, d. h. der Realschulen; Genehmigung und Erweiterung der freien Vorträge, Eröffnung der Abendvorlesungen in Paris und in allen Städten der Provinz, Einrichtung des Mädchen-Sekundärunterrichts, Begründung der Ecole des hautes études u. s. w. Diese Reformen aber mißfielen der klerikalen Partei, der D. gewisse Zugeständnisse machen mußte, wie z. B die Absetzung Renans von seinem Amte am College de France. Im J. 1869 trat D. aus dem Ministerium und ward R Senator ernannt. Seit 1879 ist er Mitglied der Akademie der moralischen und polit. Wissenschaften. Seine Schulwerke «Histoire (Ilistoire modernes, Histoire de Erance u. s. w., sind für den Unterricht nützliche Hilfsmittel und bieten außerdem eine anziehende Lektüre. Sein bedeutendstes Werk ist die Histoire des Romains depuis les temps les plus reculés jusqu'à la fin du règne des Antoninso (5 Bde., 1870—76; seit 1879 neue luxuriös illustr. Ausg.). Die (listoire de la Grèce ancienner (2 Bde., 1862) hat die Akademie mit einem Preise ausgezeichnet.