FeedDry (engl., spr. Drei)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dry (engl., spr. Drei), trocken; vom Wein: stark, herben Geschmacks (weder Liqueurwein, noch Schmalzwein; vgl. Madeira). ö an heegel (von doös, d. h. ursprünglich Baum, dann speziell date d oder Hamadryaden heißen in der Mythologie der Griechen die Schutzgöttinnen der Bäume. an glaubte, daß sie mit den Bäumen lebten und stürben und daß die Pfleger der Bäume sich ihres besondern Schutzes zu erfreuen hätten. Namentlich liegt diese Anschauung dem zusammengesetzten Worte Hamadryaden zu Grunde. Dryburgh-Abbey, Abtei in der schott. Grafschaft Berwick, in deren Südwestecke, am Tweed wurde 1150 gestiftet, aber 1322 und 1544 durch die in Schottland eingefallenen Engländer teilweise zerstört. Der Baustil gehört den verschiedensten Epochen an, es kommen normannische, abergif sche und gotische Bogen vor. In einem Seitenschiff liegen Sir Walter Scott, seine Gemahlin und sein ältester Sohn begraben. Dryden (John), berühmter engl. Dichter, geb. zu Aldwinckle in der Grafschaft Northampton 9. Aug. 1631, erhielt seine Bildung auf der Schule zu Westminster und der Universität Cambridge. Nach dem Tode seines Vaters suchte er sein Fortkommen in London unter dem Schutze Cromwells, den er nach seinem Tode in den Heroic stanzas v (1658) ver-Ausur welche durch Glanz der Sprache zuerst die ufmerksamkeit auf D. lenkten. Kaum aber war das Haus Stuart zurückgekehrt, als er die Partei des Hofs ergriff und in der Astraea reduxo KarlII. begrüßte. Er ward sodann Schauspieldichter und versuchte in Verbindung mit Davenant u. a. die engl. Bühne nach franz. Grundsätzen umzugestalten. Doch sand seine Partei bald lebhafte Gegner, und er selbst geriet dadurch wie durch seinen polit. Wankelmut in langwierige Streitigkeiten. Empfindlich traf ihn der Spott des witzigen Herzogs von Buckingham, der in seinem Rehearsalo D. und die von ihm ein-Theuterne dramatische Richtung verspottete. Die eaterstücke D.s sind Er —bH eines feinberechnenden Verstandes, jedoch ohne tieferes poetisches Leben; in seinen Lustspielen spiegelt sich die ganze Sittenlosigkeit des Zeitalters ab. Auch in seinen andern poetischen Werken zeichnet er sich weniger durch Reichtum der Phantasie und Tiefe des Ge-Fertt aus als durch eine außerordentliche technische ertigkeit im poetischen Stil. So namentlich in dem histor. Gedicht Annus mirabiliso (1666). Nach Davenants Tode 1668 zum Hofdichter ernannt, kam D. in engere Verbindung mit dem Hofe, dem er durch seine gegen die Whigpartei gerichtete Satire Absalom and Achitopheb (1681), sowie durch die noch gehässigere LThe Medalo schmeichelte. Das didaktische Gedicht Religio laiciv (1681 und 1684) verteidigt ohne den Ausdruck wahrer überzeugung die geoffenbarte Religion gegen Papisten und Nonkonformisten. Unter Jakob II. ging D. zur kath. Kirche über und schrieb in diesem Sinne das allegorische Gedicht The hind and the pantherv. Nach Jakobs Entthronung verlor er seine Stellen. Die in seiner damaligen bedrängten Lage entstandenen dichterischen Arbeiten haben ihm den meisten Ruhm gebracht, wie seine metrische übersetzung des Virgil (1697), die Ode auf den Cäcilientag, KAlexander's feasty(1725 von Händel komponiert), seine Fableso (1700), poetische Erzählungen nach Chaucer, Boccaccio u. a. Um die engl. Kritik machte er sich verdient durch mehrere Abhandlungen, die kritischen Vorreden zu seinen Schauspielen und den ssay on dramatic poesyp. D. starb 1. Mai 1700 und ward in der Westminsterabtei begraben. Seine kritischen und prosaischen Werke hat Malone (4 Bde., Lond. 1800), seine poetischen Todd (4 Bde., Lond. 1812), Gilfillan (2 Bde., Edinb. 1855) und Bell (5 Bde., Lond. 1871), eine Auswahl derselben unter dem Titel „Select poemsv (Oxf. 1871), seine sämtlichen Schriften W. Scott (18 Bde., Lond. 1808; 2. Aufl. 1821) herausgegeben. Eine vorzügliche Biographie D.s sindet sich in Johnsons Lives of the most eminent English poetso (neuere Aufl., 3 Bde., Lond. 1864 -65). Dryobalänops nannte Gärtner eine zur Familie der Dipterokarpeen gehörende Baumgattung, von welcher nur eine Art bekannt ist, der auf Borneo und Sumatra wildwachsende ostindische Kampferbaum, D. Camphora Colebr. Es ist dies ein stattlicher Baum bis zu 40 m Höhe, mit säulenförmigem, weiß oder gelblich berindetem Stamm, abwechselnd stehenden, gestielten, keiligeiförmigen, zugespitzten, ganzrandigen, glänzenden Blättern und einzeln stehenden Blüten, welche einen zuletzt glockigen, am Grunde filzigen und in fünf abstehende Flügel ausgewachsenen Kelch und eine anzblätterige, hinfällige, viel kleinere Blumenkrone esitzen. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine eichelähnliche, holzige, einsamige, nicht aufspringende Frucht. Dieser Baum liefert den Borneo-⸗ oder Sumatrakampfer. (S. Kampfer.) Dryoper, ein altgriechisches, den Lelegern nahe verwandtes Volk, welches aus seinem alten Sitze zwischen Ota und Parnaß durch die aus Thessalien südwärts vordringenden Dorier verdrängt wurde. Die zersprengten D. wanderten teils nach dem südl. Euböa, wo sie die Städte Karystos, Styra und Dystos gründeten und allmählich ionisiert, teils nach dem südl. Argolis, wo sie namentlich Hermione innehatten und allmählich dorisiert wurden. Drypaß, s. Dreipaß. D. S., auf Rezepten Abkürzung für Detur, Signetur, d. h. man gebe, bezeichne; in der Musik für Dal segno (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 583Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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