FeedDunbar (William)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dunbar (William), schott. Dichter, um die Mitte des 15. Jahrh. zu Salton in der Grafschaft East-Lothian 9eboreu, besuchte die Universität St.⸗ Andrews, durchzog als Franziskaner England und einen Teil des Kontinents, kam dann an den Hof Jakobs IV., der ihm ein Jahrgehalt aussetzte und ihn mehrfach zu diplomatischen Sendungen verwendete. Namentlich unterhandelte D. die Vermählung Jakobs IV. mit Margarethe Tudor, Tochter Heinrichs VII. (1501), und besang diese Verbindung in dem berühmten Gedicht The thistle and the rose (1503). Er zeichnete sich ebenso wohl in allegorisch-didaktischer wie in derbkomischer Poesie aus. Zu seinen hervorragendsten Dichtungen gehören außer der genannten: The dance of the seven deadly sins through hello und «The golden tergen (1508). Von seinen Landsleuten wird D. für den größten Dichter Schottlands erklärt und neben Chaucer gestellt, der ihm in der That als Vorbild gedient hat. Er starb um 1525. Eine Gesamtausgabe seiner Werke veranstalteten David Laing Win 1834) und Paterson (Life and poems of William D., Edinb. 1860). Vgl. Kaufmann, «Traité de la langue du poëte écossais William D., précédé d'une esquisse de sa vie etc.v (Bonn 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 640Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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