FeedDreikapitelstreit
ReligionBrockhaus 1882

Dreikapitelstreit heißt eine Episode der monophysitischen Streitigkeiten. Um die durch die Synode von Chalcedon (451) aus der Kirche ausgeschlossenen Monophysiten (f. d.) wiederzugewinnen, erließ Kaiser Justinian I. auf Anregung des Hofbischofs Theodor Askidas im J. 544 ein Edikt, durch welches die Per drei Kapitel verdammt wurden, nämlich die Person und Schriften des Theodor von Mopfuestia, die Schriften Theodorets gegen Cyrill und ein Brief des Ibas von Edessa an den Perser Maris. Die Monophysiten wurden dadurch nicht gewonnen, dagegen erhob sich ein neuer Streit um „die drei Kapitelv, d. h. um die Frage, ob diese Schriften der Lehre des Nestorius günftig, also ketzerisch und mit Grund verdammt seien oder nicht. Die griech. Kirche fügte sich dem kaiserl. Edikt, die abendländische widersprach, der röm. Bischof Vigilius I in und her, die ökumenische Synode zu Konstantinopel vom J. 553 bestätigte es, aber mit Unerschrockenheit ward die Freiheit der Kirche gegen kaiserl. Willkür verteidigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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