Cyrillus von Alexandria, Kirchenvater, geb. zu Alexandria um 400, von seinem Oheim, dem Bischof Theophilus, erzogen, lebte fiuf e ei als Mönch in den Nitrischen Bergen und folgte seinem Oheim 412 als Patriarch von Alexandrig. Seine Amtsführung charakterisiert sich durch maßlose Leidenschaft. Den Novatianern (s. d.) schloß er ihre Kirchen, die Juden vertrieb er 415 durch einen Aufstand des Wpelce Pöbels aus der Stadt; der Präfekt selbst, welcher sich solcher Gewaltthätigkeit widersetzte, wurde von Mönchen auf der Straße überfallen, und die Ermordung der heidnischen Philosophin Hypatia ward durch C. wenigstens veranlaßt. Am wichtigsten ist sein Streit gegen Nestorius. Dieser bekämpfte die Bezeichnung der Maria als Mutter Gotteso und kam dadurch in den Verdacht, das Göttliche und das Menschliche in Jesu so sehr auseinander zu reißen, daß darüber die Einheit der Person verloren gehe. C. griff ihn deshalb 429 in einem Osterprogramm an, verdammte ihn 430 auf einer Synode zu Alexandria und richtete 12 Anathematismen 9ohef seine Ketzerei. Die allgemeine Synode zu Ephesus 431 sollte den Streit entscheiden. C. eröffnete sie, ehe Johannes von Antiochien und die syr. Bischöfe, meist der Ansicht des Nestorius Aunte eintrafen, und entsetzte Nestorius seines Amtes, obgleich dieser seine erklärten Gegner nicht als Richter anerkennen wollte. Die Antiochener hielten darauf eine eigene Synode und setzten C. ab. Der Kaiser Theodosius bestätigte beide Beschlüsse, ließ aber nur die Absetzung des Nestorius ausführen. Erst nach einigen dannes kam eine Vereinigung zu Stande, indem Johannes von Antiochien die Verdammung und Absetzung des Nestorius anerkannte und C. eine vermittelnde Glaubensformel unterzeichnete. C. starb 444. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen dogmatische Abhandlungen über die Trinität, die Menschwerdung Chrisii, die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit, eine Apologie des Christentums gegen Julian in zehn Büchern, Homilien u. a. Sie sind gesammelt herausgegeben von Joh. Aubert (7 Bde., Par. 1638). Vgl. Kopallik, «Cyrill von Alexandrieno (Mainz 1881).