FeedDreikronenkrieg
GeschichteBrockhaus 1882

Dreikronenkrieg oder Nordischer siebenjähriger Krieg heißt der von 1563 bis 1570 währende Krieg zwischen Schweden und Dänemark, der durch die einander entgegenstehenden Handelsinteressen beider Länder veranlaßt wurde. Äußerer Anlaß zum Ausbruch der Feindseligkeiten war, daß der dän. König die drei Kronen des schwed. Wappens, ein Denkzeichen der Kalmarer Union, nicht aus dem seinen entfernen wollte. Der Krieg wurde zu Wasser und zu Lande mit Aufbietung aller Kräfte geführt. Ein Teil der dän. Flotte wurde durch einen Sturm vernichtet, wodurch den Schweden auf der See der Sieg verblieb; dagegen gewannen die Dänen auf dem Lande namhafte Vorteile unter Daniel Rantzau und Franz Brokenhuus. Rantzau siegte 20. Okt. 1565 bei Svarteraa über ein schwedisches, dem seinigen an Zahl fünfmal überlegenes Heer, vernichtete 1567 zwei feindliche Heere, drang tief in das Innere Schwedens ein und führte sein Heer, als der Winter und Mangel an Lebensmitteln die Fortsetzung der Operationen unmöglich machten, glücklich nach der Heimat zurück. Der Friede wurde zu Stettin 1570 geschlossen und löste den letzten Rest der ehemaligen Vereinigung der nordischen Reiche; Schweden mußte Kriegsentschädigung bezahlen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 544Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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