Dresch (Georg Leonhard von), namhafter Rechts-Rofenor geb. 1786 in Forchheim, wurde 1810 rofessor der Geschichte in Tübingen, 1822 Professor des Staats⸗ und Bundesrechts in Landshut, 1826 siedelte er bei Uberführung der landshuter Universität mit nach München über, wurde 1827 auch Oberbibliothekar der Universität, 1831 Ministerialrat und starb 31. Okt. 1836 in München. Von seinen Schriften sind zu nennen: alibersicht der allgemeinen iches Recht des Deutschen Bundeso (2 Bde., Tüb. 1820), Naturrecht² (Tüb. 1822), (Grundzüge des 5 Staatsrechtso (Ulm 1822; 2. Aufl. 1835). reschen nennt man diejenige Arbeit, durch welche die Samen der Nutzpflanzen mittels mechan. Verrichtungen gewonnen werden. Letztere sind auch in der Gegenwart noch bei den verschiedenen Völkern von der mannigfachsten Art; die älteste ist jedenfalls das Ausschlagen der Körner auf Brettern und Steinen gewesen, wie solches noch in Jaan und teilweise in Tirol üblich ist. Ein Fortschritt zeigte sich in der Anwendung von Stöcken und Ruten, wahrscheinlich zuerst bei den Chinesen, welche sich des Bambusrohrs dabei bedienten; in Mittel⸗ und Ostafrika ist diese Methode jetzt noch in Gebrauch. Aus den Ruten hat sich nach und nach der Dreschflegel entwickelt, welcher in den verschiedenen Ländern die verschiedenartigsten Formen besitzt und bisher in allen gemäßigten Zonen das am allgemeinsten zum D. benutzte Gerät ist. Doch schon sehr frühe begann man, die Drescharbeit von den Menschen auf die Tiere zu übertragen, und zwar in der Weise, daß letztere das Getreide austraten. Die Juden verwandten dazu Ochsen, die Römer dagegen Pferde, mittels deren auch gegenwärtig noch in allen südl. und östl. Ländern Europas, sowie in Südamerika gedroschen wird. Aus der direkten Verwendung der Zugtiere zum D. entwickelten sich bei den Agyptern, Galliern, Karthagern und Römern die Dreschwalzen, Dreschwagen und Dreschschlitten, Geräte, welche von den Tieren über das ausgebreitete Getreide hin⸗ und hergezogen wurden. In neuerer Zeit bedient man sich in allen hochkultivierten Ländern zum D. vielfach der Dreschmaschinen (s. d.). Dreschmaschinen. Schon zu Beginn des 18. Nudrd. wurden in Europa, und besonders in England, zahlreiche, aber 9) durch Versuche angestellt, um das Dreschen (s. d.) durch Maschinen ausuführen. Erst 1785 konstruierte A. Meikle in yrringham — eine derartige Maschine, welche sich als praktisch verwendbar erwies und deren Prinzip im wesentlichen bei den heutigen Schlagleisten⸗-Dreschmaschinen gültig ist. Neben diesem System hat sich ein anderes, 1831 von dem Amerikaner S. Turner in Aurelius (Neuyork) erfundenes System, das der Zapfen⸗ oder Stiften-Dreschmaschinen, entwickelt, welches gegen 1860 von Moffit nach Europa gebracht wurde und deshalb auch teilweise unter diesem Namen bekannt ist. Die Einführung der D. ging nur sehr langsam vor sich, was daraus zu ersehen ist, daß erst 1851 die erste nach Deutschland kam, nachdem 1831 ein Aufstand der landwirtschaftlichen Arbeiter in England gegen die D. mur durch Waffengewalt niedergekämpft werden konnte. Man kann heute im wesentlichen sämtliche D. nach folgenden Gesichtspunkten einteilen: a) nach dem eigentlichen System in Schlagleisten-⸗ (schottische) und in b) nach der Art der Einlage des Getreides in Lang- und Breit-Dreschmaschinen; c) nach dem benutzten Motor in Hand⸗, Göpel-⸗ und Bei den Schlagleisten-Dreschmaschinen bewegt sich eine horizontal liegende, mit horizontalen Leisten versehene Trommel (s. Tafel: Dreschmaschinen, Fig. 6) mit großer Geschwindigkeit um ihre eigene Achse (im Mittel 1000 Unrreen gen pro Minute), wobei sie zur Hälfte ihres Umfangs von einem, ebenfalls mit horizontalen Leisten besetzten, feststehenden Mantel umschlossen wird, derart, daß zwischen Trommel und Mantel nur ein kleiner Zwischenraum bleibt (Fig. 3). Letztern muß das zu dreschende Getreide passieren, wobei die Körner aus den Ahren ausgeschlagen werden. Die Stiften-oder Zapfen-Dreschmaschinen (Fig. 5) unterscheiden sich von dem ebengenannten System dadurch, daß Trommel und Mantel, welcher die erstere aber nur zu einem kleinen Teile umschließt, mehrere Reihen hervorragender, dicht aneinander vorübergleitender Stifte besitzen. Die Stiften-Dreschmaschinen, welche man hauptsächlich bei kleinern Verhältnissen anwendet, sind stets Lang-Dreschmaschinen, d. h. die Garben werden der Länge nach eingelegt; die Schlagleisten-Dreschmaschinen können dem Lang⸗ und dem Quersystem angehören, d. h. die Einlage der Garben kann der Länge und der Quere nach erfolgen. Nach dem benutzten Motor unterscheiden sich die Hand⸗, Göpel⸗ und Dampf-Dreschmaschinen nicht. nur durch die Größe ihrer Leistung, sondern auch durch die Zahl der einzelnen Arbeitsverrichtungen. Während die Hand-Dreschmaschinen (Fig. 7) nur die Körner von den Ahren trennen, wird von der Göpel-Dreschmaschine (Fig. 1) beides geleistet, von der Dampf-Dreschmaschine (Fig. 2, 3 und 4) aber das Korn gereinigt und gesichtet, also marktfertig geliefert, häufig auch noch das Stroh mit Hilfe eines Elevators aufgestapelt. Die Hand-Dreschmaschinen gehören immer dem Stiftensysteme an, die Göpel⸗ und Dampf-Dreschmaschinen werden nach beiden Systemen gebaut. Hinsichtlich der Preise und Leistungen der verschiedenen Arten ist Folgendes zu bemerken: Hand-Dreschmaschinen kosten im Mittel 200 Mark und dreschen mit 4 Mann an der Kurbel 5—600 kg Garben in der Stunde; bei den Göpel-Dreschmaschinen ist die Größe und infolge dessen auch Preis und Leistung sehr verschieden; ersterer variiert zwischen 200 und 2400 Mark; letztere beträgt pro Pferd 200—350 kg Garben pro Stunde; noch weniger genau sind bestimmte Angaben in dieser Richtung über die Dampf-Dreschmaschinen. Die Stiften-Dreschmaschinen losten etwa 2000 Mark, die Schlagleisten-Dreschmaschinen pro Meter Breite 2500 Mark; die Leistung beläuft sich auf 3500 kg Garben pro nominelle Pferdekraft und Stunde. Die Hauptvorüge der D. gegenüber der Handarbeit bestehen in em reinern Ausdrusche, also in der vollkommenern Gewinnung der Körner, in größerer Billigkeit und in der Möglichkeit, zu jeder Zeit, also auch während der Ernte, sehr viel Getreide ausdreschen zu können und dadurch die kostspielige Bergung in Scheuern u. s. w. zu umgehen. Als Nachteil dürfte die Beschädigung der Körner, welche dadurch als Saatgut leiden, sowie des Strohs anzuführen sein. Litteratur. Perels, «Handbuch des landwirtschaftlichen Maschinenwesens» (Jena 1880); Fritz, Handbuch der landwirtschaftlichen Maschinenv (Berl. 1880); Wüst, «Landwirtschaftliche Maschinenkunder (Berl. 1882).