Drillen (vom engl. to drill, d. i. in Reihen stellen) nennt man in der Landwirtschaft die (in gleicher Weise wie dies bei der Saat mit einer besondern Säemaschine geschieht) mit der Drillmaschine bewirkte Reihenstellung der Gewächse, verbunden mit gleichmäßig tiefer Unterbringung des Saatkorns. Als Erfinder der Drillkultur gilt der engl. Landwirt Jethro Tull (Ende des 17. Jahrh.), welcher zuerst die Engländer auf die Vorteile des Verfahrens aufmerksam machte, wenn auch das D. an sich, freilich ohne Maschinen, bei den Hindus und Chinesen schon lange bekannt gewesen ist und auch in Oberitalien schon im Mittelalter angewandt wurde. Die heutigen Drillmaschinen bestehen aus einem zwischen den zwei Rädern aufgehängten, zur Aufnahme des Samens dienenden Kasten, einer durch die Transporträder der Maschine in Bewegung gesetzten Säevorrichtung und einer Reihe von Scharen, die mit der letztern verbunden sind und eine Furche ziehen, in welche das Getreide hineinfällt. Häufig sind an den Drillmaschinen besondere Apparate angebracht, welche das Zustreichen und Festwalzen der mit Korn beschickten Furche besorgen. Die eigentliche Säevorrichtung besteht entweder in Löffeln oder in Schöpfrädern, welche in das im Säekasten befindliche Getreide hineingreifen und dasselbe bei ihrer Drehung in das mit dem Schar verbundene Rohr und damit in die Furche fallen lassen. (Eine Abbildung der Drill-Pne befindet sich auf der Tafel: Landwirtschaftliche Maschinen.) Durch verschiedene Stellung der Drillschare sowie der Säeräder kann die Entfernung der Reihen untereinander sowie die Stärke der Aussaat reguliert werden. Die Spurweite der Drillmaschinen wechselt zwischen 1,8s und 3,77 m, der Preis zwischen 370 und 1180 Mark und die Leistung beim Getreidedrillen beträgt für jedes Meter Maschinenbreite, wofür je ein Pferd nötig, 2—2,5 ha. Die großen Vorteile der Drillkultur beruhen hauptsächlich in folgenden Punkten: Die Früchte können nach dem ac laufen mit der Hacke, selbst mit der Pferdehacke bearbeitet werden; man erspart ein bedeutendes Quantum an Saatgut; der Samen wird gleichmäßig tief untergebracht und gleichmäßig verteilt, wodurch nicht allein günstigere Keimungsbedingungen hergestellt, sondern auch schädliche Einflüsse während der Vegetation, namentlich Auswinterung und durch große Hitze hervorgerufene Austrocknung des Bodens, leichter überwunden werden; schließlich als Facit der genannten Verhältnisse quantitative und qualitative Erhöhung der Ernte. Vgl. Eisbein, „Die Drillkulturp (2. Aufl., Bonn 1880).