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BaukunstBrockhaus 1882

Drususgraben), mit einer Flotte in die Nordsee, um die Bructerer an der Ems und die Chauken an der Weser anzugreifen. In dem zweiten Feldzuge im J. 11 v. Chr. drang er durch das Gebiet der Usipeter, die er unterwarf, und der Sigambrer bis zur Weser vor, schlug auf dem Rückmarsch einen überfall der verbündeten german. Völkerschaften zurück und legte an der Lippe das Kastell Aliso (. d.) und ein zweites auf dem Taunus, die Saalburg (s.d.), im Lande der Katten an. Als diese im J. 10 v. Chr. von den Römern abfielen, verheerte D., der nach dem vorigen Feldzuge in Rom triumphiert hatte, ihr Land und drang 9 v. Chr., als Konsul, durch dasselbe tiefer ins Innere von Germanien ein als irgend ein anderer Römer. Von der Grenze der Sueven wendete er sich gegen Norden, durchzog das Land der Cherusker und gelangte bis zur Elbe. Hier versuchte er vergebens den übergang, errichtete jedoch Siegeszeichen und trat, wie es heißt, durch die Erscheinung eines riesigen Weibes bewogen, das ihm in lat. Sprache sein nahes Ende geweissagt, den Rückzug an, auf welchem er, noch ehe er den Rhein erreicht hatte, infolge eines Sturzes vom Pferde starb, beklagt von Heer und Volk, dessen Liebe er durch seine Tapferkeit nicht minder als durch seine Milde und Freundlichkeit gewonnen hatte. Von seiner Gemahlin, der schönen und sittenreinen Antonia, der jüngsten Tochter des Triumvirs Antonius, hatte er drei Kinder, Germanicus (s. d.), Claudius (s. d.) und Livilla. — Die Tochter Livilla heiratete, nachdem ihr erster Gatte Gajus Cäsar, des Augustus Enkel, 4 n. Chr. gestorben war, den D. Cäsar, einzigen Sohn des Kaisers Tiberius, geb. 10 v. Chr., der 14 n. Chr. den Aufstand der Legionen in Pannonien unterdrückte und im J. 19 den Marbod (s. d.) nötigte, sein Reich aufzugeben und zu den Römern zu fliehen. Sie ließ sich aber von Sejanus (s. d.), der ihn haßte und als Tiberius'Thronfolger fürchtete, verführen und beide zusammen ließen D. 23 n. Chr. vergiften, worauf Livilla Sejans Gemahlin werden sollte. Tiberius ließ aber dies nicht zu, verlobte vielmehr den Sejanus mit der Tochter der Livilla, Julia. Bevor aber 999 Heirat zu Stande kam, wurde Sejanus 31 n. Chr. gestürzt, und da auch das an D. begangene Verhrechet „ans. Licht kam, wurde Livilla von Tiberius zum Tode verurteilt, nach einer andern Angabe sogar von ihrer greisen Mutter zum Hungertode verdammt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 583Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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