FeedDrusus
Recht & StaatBrockhaus 1882

Drusus ist der Beiname eines Zweigs des röm. Heschlechts der Livier und einiger Claudier. — ö Rarcus Livius D., durch seine Tochter Großhater des Cato von Utica, war 122 v. Chr., als Hajus Gracchus sein zweites Tribunat bekleidete, dessen Amtsgenosse, zugleich aber auch sein polit. Gegner, und erhielt den Beinamen eines Beschützers patronus) des Senats. Nachdem er 112 v. Chr. Konsul geworden, kämpfte er in diesem und dem folgenden Jahre siegreich von seiner Provinz Macedonien aus gegen die Scordisker im heutigen Serbien. — Sein Sohn Marcus Livius D., dessen Enkelin Livia des Augustus Gemahlin wurde, war ausgezeichnet durch Beredsamkeit und Sittenstrenge und fand seinen Tod, als er 91 v. Chr. als Tribun es unternahm, das tief zerrüttete Gemeinwesen zu reformieren. Um der Käuflichkeit der Gerichte zu steuern, brachte er die Lex judiciaria ein, wonach die Geschworenengerichte den Rittern wieder entzogen und dem Senat zurückgegeben werden sollten, unter gleichzeitiger Aufnahme von 300 Rittern in den Senat. Sein Antrag, in welchem er noch einige andere Gesetzesvorschläge zusammenfaßte, ging auch durch, wurde aber vom Senat für ungültig erklärt. Noch größern Widerstand fand sein anderes Gesetz, wonach den ital. Bundesgenossen das von ihnen eifrig angestrebte, von Rom hartnäckig verweigerte Bürgerrecht gewährt werden sollte. Die edelmütige Warnung vor Anschlägen gegen das Leben des einen Konsuls, die er diesem, seinem leidenschaftlichen Gegner, zugehen ließ, wurde dazu benutzt, um ihn als in die Pläne der Bundesgenossen verstrickt zu verdächtigen. Noch ehe es zur Abstimmung über das Gesetz kam, beseitigte den gefährlichen Reformer der Mordstahl. Sein Tod gab das Zeichen zum Ausbruch des Bundesgenossenkriegs. NeroClaudius D. war der Sohn des Tiberius Claudius Nero und der Livia, von dieser 38 v. Chr. geboren, als sie bereits mit Octavian sich verheiratet hatte, und der jüngere Bruder des nachmaligen Kaisers Tiberius. Nachdem er mit dem letztern im J. 15 v. Chr. Rhätien unterworfen hatte, das nun zur röm. Provinz ward, übertrug ihm Augustus die drei von Cäsar eroberten gallischen Provinzen, von wo er, nach Unterdrückung eines Aufstandes, im J. 12 v. Chr. über den Rhein ging und so die Feldzuge gegen die Germanen eröffnete. Er kämpfte gegen die Usipeter und Sigambrer im Flußgebiet der Lippe, schloß, wie schon früher mit den Batavern, auch mit den Friesen ein Bündnis ab und fuhr aus dem Lande der erstern auf einem Kanal, iser welchen er einen Teil des Rheins mittels der Mee in die heutige Zuidersee und von da in die Nordsee geführt hatte (die ossa Drusiana,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 583Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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