FeedDschiggetai
Sport & SpielBrockhaus 1882

Dschiggetai, Halbesel (Equus hemionus), heißt eine prächtige, wilde Pferdeart des östl. Mittelasien, besonders der Hochebenen der Mongolei. Der Kopf ist etwas eselartig, die Ohren größer als beim Pferde, aber kleiner als beim Esel und zierlich gestaltet, der Hals s — rund und proportioniert, die Sau außerordentlich fein und zierlich gebaut, der S hwanz * und nur quastenartig am Ende be-Fabel die Mähne kurz, aufgerichtet. Ein schönes sabell ist die Hauptfarbe, die am Bauche und der Schnauze in Weiß, auf dem Rücken in Dunkelbraun übergeht. Die D. leben in Trupps bis zu 20 Stück, meist aus Stuten und Jungen bestehend, die von einem einzigen Hengste geführt werden; sie wandern über aroße Strecken, besonders im Herbste, sind flüchtig, scheu, wachsam und ziehen sich bei der mindesten Gefahr in die Gebirge zurück. Die Hengste sind außerordentlich mutig und kampflustig. Das Fleisch gilt bei den Tungusen für einen Leckerbissen; das Fell wird teuer bezahlt; die Schweifquaste gilt als Amulett und Heilmittel. Man hat das schöne Tier in seinem Vaterlande nie gezähmt, aber neuerdings in Europa mit Esel, QAuagga, Zebra und Pferd gekreuzt. Die Blendlinge scheinen zur Arbeit tüchtig. Die D. aus reinem Blute dagegen, von welchen der Pflanzengarten in Paris einen schönen Trupp hatte, aus dem Sprößlinge fast überall hin verbreitet wurden, haben bis jetzt den Zähmungsversuchen zum Einfahren, von denen man sich günstigen Erfolg versprach, widerstanden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 593Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sport & Spiel 6