Dubois (Paul Frangois), franz. Schriftsteller, geb. 2. Juni 1793 zu Rennes, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, dann die Normalschule in Paris (1812) und fungierte als Lehrer in den Gymnasien zu Guérande, Falaise, Limoges und Paris, wurde aber 1821 wegen seiner liberalen Anschauungen außer Dienst gesetzt. Im Sept. 1824 begründete er mit Pierre Leroux die Zeitschrift Le Globev, welche hervorragende Mitarbeiter zählte. D. schrieb darin namentlich über die philos. und religiöse Freiheit und über Fragen des Unterrichtswesens; er behandelte aber auch polit. Fragen und führte als eifriger Anhänger des Liberalismus a die Restauration einen lebhaften Federkrieg. Bald gab er sein Blatt, welches vorher dreimal wöchentlich erschien, alle Tage heraus. Wegen eines Artikels gegen die Bourbonen zu Gefängnishaft verurteilt, wurde er durch die Julirevolution befreit, entsagte aber der Journalistik; der 4Globen wurde seitdem von Pierre Lerour geleitet und verfocht die Sache des St.⸗Simonismus. Von der Stadt Nantes 1831 in die Deputiertenkammer gewählt, gehörte er letzterer bis 1848 an. Im Sept. 1850 wurde er zum Oberstudieninspektor, 1839 zum Mitglied des Unterrichtsrats, 1840 zum Direktor der Normalschule ernannt. Letztere Stelle legte er 1850 nieder, 1852 schied er auch aus dem Unterichtsrat. D. zog sich hierauf ins Privatleben zurück; er starb 12. Juni 1874 zu Paris. Seit 1870 war er Mitglied des Instituts. Außer seinen Artikeln im „Globe, die Vacherot gesammelt und unter dem Titel «Fragments littéraires de Paul François D.v (2 Bde., 1870) herausgab, übersetzte D. aus dem Lateinischen die von Flodoardus im 10. Jahrh. geschriebene 4Geschichte der Kirche zu Rheims », eine übersetzung, die in der Sammlung der franz. Chroniken von Guizot erschien (1824).