Duccio di Buoninsegna, ein Maler von Siena, der einer ähnlichen Richtung wie Cimabue in Florenz folgte. Er pflegt als der Gründer der neuen Malerei betrachtet zu werden. D. war der Sohn, nach andern nur der Schüler des Sienesers Segna oder Buoninsegna. Nähere Nachrichten über sein Leben hat man nicht. Nur so viel ergibt sich aus zuverlässigen Quellen, daß er schon 1282 als Meister in Siena ansässig war und 1308—11 eine große Tafel für den Hauptaltar des dortigen Doms vollendete. Am Tage der Aufstellung wurde das Bild mit rauschendem Beifall von der Bevölkerung begrüßt und in feierlicher Prozession unter Glockengeläute nach dem Dom geleitet. Dort befindet es sich noch jetzt, aber in Vorder⸗ und Rückseite auseinandergesägt und an die Wände des Chors und der Sakristei befestigt. Die Vorderseite stellt die Madonna mit dem Kinde dar, von Engeln, Heiligen und den vier Schutzpatronen der Stadt umgeben, die Rückseite in 26 kleinen Feldern die Leidensgeschichte Jesu. Es herrscht eine für jene Zeit außerordentliche Vollendung in diesen Arbeiten. Schönheitssinn, tüchtige Komposition, neue, selbst landschaftliche Motive und eine überraschende Vertiefung in den Gegenstand zeigen sie in hohem Maße, ohne freilich die byzant. Vorbilder ganz zu verleugnen. Rumohr nimmt das Todesjahr des Künstlers bald nach der Vollendung dieses seines Hauptwerks an. Letzteres ist 1850, von Emil Braun nach .. Barioceimi gest 3 von Rhoden und von Bart. Bartoccini Hisde en, in der Hälfte der Originalgröße der 26 Bilder herausgegeben worden.