FeedDur (vom lat. durus, d. i. hart)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dur (vom lat. durus, d. i. hart), Bezeichnung für diejenige der beiden Haupttonarten, welche vom Grundton aufwärts die große Terz besitzt. Hiernach sind in C-dur die Töne —e vorhanden, in G-dur g—h, in D-dur A—fis, u. s. w. Diesem konform nennt man einen Dreiklang mit großer Terz und reiner Quinte einen Duraccord. über den Ursprung dieser Bezeichnung s. unter Moll und Solmisation. (Dauerhaftigkeit. Durabel (lat.), dauerhaft; Durabilität, Durak, russ. Schimpfwort, etwa zu übersetzen mit Narr. [Gehirn). Dura mater, die harte Hirnhaut (s. unter Duran (Agustin), hervorragender span. Kritiker, geb. 14. Okt. 1789 in Madrid, widmete sich zuerst philos. und jurist. Studien, ward für kurze Zeit Advokat, kehrte dann wieder zur Philos ophie zurück, trieb nebenbei Geschichte und Staatswissenschaft und beschäftigte sich mit ausländischer, besonders mit der franz. Litteratur, um schließlich alle diese Studien hinter dem der vaterländischen Litteratur zurückzusetzen. Er wurde 1834 Sekretär der Inspektion über die Druckereien und den Buchhandel des Königreichs, 1836 Oberbibliothekar der königl. Bibliothek zu Madrid; 1840 infolge der Septemberrevolution in dieser Stellung suspendiert, 1843 wieder eingesetzt und w1854 zum Direktor der Bibliothek erhoben, sowie zum Mitglied der Spanischen Akademie erwählt. Doch legte er diese Stelle bald nieder, um sich ungehindert seinen Lieblingsarbeiten hingeben zu können. Er starb 1. Dez. 1862. Erst w1874 wurden drei für die Bibliothek geschriebene Memoriasv veröffentlicht: Memorias leidas en la Biblioteca Nacional en las sesiones püblicas de 1os anos 1860, 1861, 18625 (Madr.). D. hat zwar nicht viel geschrieben; seine kritisch-litterarhistor. Arbeiten wirkten jedoch so epochemachend wie wenig andere. Seine erste anonyme Schrift: „Sobre la decadencia del teatro espanol' (Madr. 1828), trug zur Befreiung der span. Bühne vom franz. Joche und zu einer nationalen Neugestaltung derselben nicht wenig bei. Noch lebendiger ward das Nationalgefühl und die Liebe und Rückkehr zur alten Voltspoesie durch seine Coleccion de Romanceros VCancioneroso (5 Bde., Madr. 1828—32) geweckt. Die zweite, gänzlich umgearbeitete Ausgabe, Romancero generab betitelt (2 Bde., Madr. 1849 —51), welche auch in die Rivadeneyra-Sammlung (Biblioteca de autores espanoleso, Bd. 10 u. 16) aufgenommen ward, umfaßt nahezu 2000 Romanzen. Ferner veröffentlichte er eine Sammlung altspan. Komödien: «Talia espanola (3 Bde., Madr. 1834), sowie eine Ausgabe der «Sainetesv des Ramon de la Cruz (Madr. 1843), und arbeitete mit an einer Neuausgabe des Tirso de Molina (Biblioteca de autores espanoleso, Bd. 5). Auch erwarb er sich als selbständiger Dichter einen geachteten Namen, weniger durch seine Gelegenheitsgedichte, wie die Trovas à la Reinay (Madr. 1832) und die «Trovas en antiga parla castellanay (Madr. 1830), als durch sein gleichfalls in der Sprache des 15. Jahrh. versifiziertes Rittergedicht „Las tres toronjas del verjel de amor; don Flores de Trepisondas (Madr. 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 659Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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