FeedDurchforstung
PflanzenreichBrockhaus 1882

Durchforstung ist eine in der Forstwirtschaft sehr wichtige Maßregel der Bestandeserziehung. Wenn man nicht besonders eng pflanzt, die Pflänzchen z.B. 1½3 m von einander entfernt einsetzt, so stehen auf einem Hektar reichlich 5900 Pflanzen; in einer gut gelungenen Saat oder natürlichen Verjüngung finden 18 viele hunderttausend Pflänzchen auf derselben Stelle. Im alten, 80—100jährigen Bestande zählt man oft nur 500—600, wenn es hoch kommt 1000 Bäume. Die im Laufe der Zeit ausscheidenden, beherrschten oder unterdrückten Bäume nutzt allmählich der Forstwirt, bevor sie absterben, er durchforstet. In dieser Beziehung ist die D. eine Maßregel der Ernte, sie wirkt aber gleichzeitig als Pflege, weil sie den stehenbleibenden Baumindividuen Raum schafft, rascher ein größeres Wurzel- und Blattvermögen und dadurch größern Zuwachs zu entwickeln, als dies der natürliche Ausscheidungsprozeß bewirkt. Als forstliche Regel gilt es, früh, oft und mäßig zu durchforsten. Nach Holzart und Standort ist das Maß der D. ein sehr verschiedenes. Lichtholzarten (z. B. Eiche, Kiefer, Lärche) erfordern Laune D. als Schatten vertragende (3. B. Buche, anne, Fichte). Armerer Standort verträgt nicht so starke und so häufig wiederkehrende D. wie frische, fruchtbarere Lagen. Eine der D. ähnliche Maßregel sind die Läute-⸗ rungen, welche darin bestehen, daß man in einem aus verschiedenen Holzarten gemischten jungen Bestande diejenige Holzart herausnimmt, welche den künftigen Bestand nicht mit bilden soll, bisher aber geduldet oder vielleicht als Schutzholz mit herangezogen war (z. B. Kiefern oder Lärchen in Forstkulturen). Oft finden sich auch Eindringlinge von selbst ein, welche den jungen Bestand schädigen (z. B. Birken in Nadelholzkulturen); dieselben werden durch die Läuterungen entfernt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 664Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6