Eberstein, eine alte ehemalige Grafschaft in Schwaben, an der Murg gelegen, mit dem Hauptorte Eberstein oder Ebersteinburg und den Ruinen des ehemaligen Schlosses Eberstein oder Alt-Eberstein, kam seit dem 14. Jahrh. nach und nach an Baden, das noch im Besitze derselben ist, und umfaßte die jetzige Stadt Gernsbach, den Flecken Muckensturm und 15 Dörfer mit 13000 E. auf einer Bodenfläche von etwa 4½ Stunden Länge und 2½ Stunden Breite. Das Grafengeschlecht, das danach den Namen führte, hieß das schwäbische. Der erste bekannte Graf war Berthold, der um 1140 lebte, der letzte Graf Kasimir von E., mit welchem, da er nur eine Tochter hinterließ, dieses berühmte Geschlecht, das zuletzt in zwei Linien, eine protestantische und eine katholische, sich trennte, 1660 erlosch. Unter den dazwischen liegenden Mitgliedern der Familie sind besonders Wolfram von E. durch seinen langen und kräftigen, aber unglücklichen Kampf gegen die Fürstengewalt der Grafen von Württemberg, und Bernhard II. von E. als Verleiher des Erbfolgegesetzes seiner Familie erwähnenswert. Ein anderes, gleichnamiges, jedoch mit dem vorstehenden nicht verwandtes Geschlecht waren die sächs. Grafen von E., die im Norden Deutschlands auf der im jetzigen Herzogtum Braunschweig gelegenen Burg Eberstein ursprünglich seßhaft waren. Sie hatten in Niedersachsen und Westfalen ansehnliche Besitzungen, z. B. die Amter Sbfer Fürstenberg, Ottenstein, Grohnde, Erzen, hsen, Polle, die Stadt Holzminden und Güter in Paderborn und den Grafschaften Livppe. Graf Otto von E. erhielt in Pommern die Herrschaft Neugarten und stiftete die pommersche Linie, die 1663 mit Ludwig Christoph erlosch. Graf Hermann von G., der letzte Sprößling der sächs. Linie, der in der ersten Hälfte des 15. Jahrh. starb, gab seine Herrschaft Eberstein 1408 seiner Tochter Clisabeth, die mit Herzog Otto dem Lahmen von Braunschweig-Lüneburg vermählt war, den Brautschatze mit. Vgl. Krieg von Hochfelden, «(Geschichte der Grafen von E. und ihrer Besitzungen (2 Tle., Arolsen 1833). ö