FeedEck (Johann)
ReligionBrockhaus 1882

Eck (Johann), einer der heftigsten Bekämpfer der Reformation, hieß eigentlich Maier und nannte sich Eck nach seinem Geburtsort, dem Dorfe Eck im Algau, wo er 13. Nov. 1486 geboren wurde. Durch seinen Oheim Martin Maier, Pfarrer zu Rottenburg am Neckar, gründlich unterrichtet, bezog E. bereits 1498 die Universität Heidelberg, ging 1499 nach Tübingen, ward hier 1501 Magister, hielt sich ein Jahr zu Köln auf, studierte seit 1502 zu Freiburg, wurde hier 1506 Sententiarius, 1508 Priester, 1509 Licentiat der Theologie. Im J. 1510 ward E. als Professor der Theologie an die Universität Ingolstadt berufen und erhielt zugleich die Würden und Einkünfte eines Kanonikus von Eichstätt. Durch ungewöhnliche Gelehrsamkeit und große Gewandtheit im Disputieren ausgezeichnet, schrieb E. Kommentare zu Petrus Hispanus und Aristoteles und verteidigte in öffentlichen Disputationen zu Bologna und Wien, daß es erlaubt sei, 5 Proz. Zinsen zu nehmen. Auf Wunsch des Bischofs von Eichstätt schrieb E. gegen Luthers Thesen sog. (Obelisciv, d. h. «Spießchend, welche allerdings nicht gedruckt, aber dennoch Luther und seinen Freunden bekannt wurden. Karlstadt schrieb zu Luthers Verteidigung «Conclusioneso; zwischen ihm und Eck wurden dann noch mehrere Streitschriften gewechselt. Auch Luther beteiligte sich an dem Kampf durch die Asterisci adversus Obeliscos Eeciio; doch traf er, der Weisung Cajetans entsprechend, mit E. die Vereinbarung, daß nur Karlstadt mit ihm disputieren solle. Als jedoch E. in seinen Thesen den Hauptangriff gegen Luther richtete, beteiligte dieser sich sowohl an dem vorausgehenden Schriftenwechsel, wie an der leipziger Disputation, 27. Juni bis 13. Juli 1519. Im Jan. 1520 reiste E. nach Rom, überreichte dem Papste seine Schrift De primatu Petri adversus udderumo, wirkte mit zum Erlaß der Bannbulle gegen Luther vom 16. Juni 1520 und kehrte als päpstl. Nuntius nach Deutschland zurück mit dem Auftrage, die Bulle überall bekannt zu machen; doch stieß er dabei auf manchen Widerstand. In den J. 1521 und 1523 befand sich E. zum zweiten und dritten mal in Rom, den Papst zu energischem Vorgehen gegen die Neuerung zu veranlassen, 1523 wohnte er dem Reichstage zu Nürnberg bei, 1524 beteiligte ersichbeidem zu Regensburg zur Unterdrückung der Neuerer geschlossenen Bündniß, 1525 besuchte er Heinrich VIII. von England, dem er sein «Enchiridion locorum communium adversus Lutherum et alios hostes ecelesiaen gewidmet hatte. Um die Reformation der Schweiz zu hindern, stellte sich E. 21. Mai bis 6. Juni 1526 zu einer Disputation zu Baden im Aargau, auf welcher sich beide Parteien den Sieg zuschrieben, doch lehnte E. es ab, 1528 zu Bern Zwingli selbst gegenüberzutreten. Dem Reichstage zu Augsburg wohnte E. im Gefolge des Herzogs Wilhelm von Bayern bei, und war das Haupt der röm. Theologen, welche der Augsburgischen Konfession (. d.) die Confutatio entgegenstellten. Um der Verbreitung der Lutherschen Bibelübersetzung in Bayern entgegenzuwirken, veranstaltete E. 1537 eine deutsche Bibelübersetzung. Das Neue Testament nahm er nach Emser auf, das Alte Testament übersetzte er selbst in engem Anschluß an die Vulgata. Im J. 1541 nahm E. an den Religionsgesprächen zu Worms und zu Regensburg teil und veranlaßte die kath. Stände, das Regensburger Interim abzulehnen. Er starb zu Ingolstadt 10. Febr. 1543. Die wichtigsten seiner Schriften enthält die Sammlung: „(Opérum Jo. Eckii contra Lutherumo (Bd. 1—4, Augsb. 1530—35). Vgl. Th. Wiedemann, Dr. Johann Ecko (Regensb. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 724Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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