Eck (Leonh. von), Kanzler Herzog Wilhelms IV. von Bayern, geb. zu Kelheim vor 1480, aus einem edeln bayr. Geschlecht, studierte zu Ingolstadt und Siena die Rechte, erwarb sich hier den Doktorhut und trat zuerst in den Dienst Markgraf Georgs von Brandenburg-Ansbach, dann bald in den des jungen Herzogs Wilhelm von Bayern, dessen Politik er, seit 1519 als Kanzler, mit meist unbeschränktem Einfluß leitete. Er begründete damit das Verhältnis, in dem Bayern fortan mehr als zwei Jahrhunderte verharrte, strenger Vertretung der kath. Interessen verbunden mit bald offener, bald versteckter Opposition gegen das habsburg. Kaiserhaus. So brachte er das Regensburger Konkordat 1524 zu Wege, das Bayern eng an Rom anschloß, und unterdrückte die prot. Regungen in Bayern und dem Gebiete des Schwäbischen Bundes, solange dieser seiner Leitung folgte. Auf den Reichstagen von Augsburg, Regensburg, Nürnberg und Speier 1530—44 trat er stets für die schärfste Repression der evang. Partei ein, und in derselben Zeit intriguierte er mit Philipp dem Großmütigen, Joh. Zapolya, den Franzosen, der Kurie gegen die kaiserl. Politik. Er rechtfertigte seine kath. Haltung vor seinen prot. Freunden mit dem Hinweis auf die deutsche Libertäte, die er gegen die «Monarchiev, d. h. die Weltherrschaftsgelüste Karls V., verteidige; in Wahrheit trat er für die schroffe Ausbildung der partikulär-fürstl. Macht gegen die universale Politik Karls wie gegen die national-kirchliche der prot. Konföderation in die Schranken. Daher kam er, sobald er für Bayern etwas zu gewinnen hoffte, immer sogleich von seinen allgemeinen polit. Idealen zurück. So schloß er allen Machinationen gegen Habsburg zum Trotz in er später jedoch getäuschten Hoffnung, bei dieser zelegenheit für semen Herrn den Kurhut von der falz zu gewinnen, 7. Juni 1546 das Kriegsbündis mit dem Kaiser gegen die Schmalkaldener, das mem deren Niederwerfung ermöglichte. Seinem zerrn hat E. treu gedient, sich selbst aber niemals ergessen; seine Bestechlichkeit war im kaiserl. wie m prot. Lager allbekannt. Ebenso berühmt war die inergründlichkeit des Kanzlers in allen Listen und Schlichen der Diplomatie, die Gewandtheit und Unedenklichkeit, mit der er in Verhandlungen und gerträgen vorging. Er starb 17. März 1550.