FeedBrück (Gregorius)
ReligionBrockhaus 1882

Brück (Gregorius), latinisiert Pontanus (igentlicheinse, kursächs. Kanzler geb. um 1484, stammte aus dem kleinen Orte Brück bel Wittenberg, kam nach U. Niats nar Studien in Wittenberg und Frankfurt a. O. als Kanzler des Kurfürsten Friedrich des Weisen in eine Stellung, die ihm den vornehmsten Anteil an der sächs. Politit sicherte. Schon 1520 war er mit Friedrich in Köln, 1521 verhandelte er mit dem Beichtvater Karls V. auf dem Wormser Reichstage; im Herbst dieses Jahres war er in Wittenberg gelegentlich der Unruhen, die hier von Karlstadt und seinen Genossen während Luthers Exil auf der Wartburg erregt wurden. Überhaupt war B. fast an allen für die Entwickelung der deutschen Reformation in den ersten Jahr ehnten wichtigen Akten in erster Linie beteiligt. Herdoreaged ist besonders die Rolle, die er in Augsburg 1530 spielte, wo er auf Entstehung und Ausarbeitung der Augsburgischen Konfession bestimmend einwirkte. Seine und seiner Partei Thätigkeit dort hat er selbst in seinem Bericht, was den christl. Glauben zugut auf dem Reichstage zu Augsburg anno 1530 gehandelt wordeno, beschrieben (gedruckt in Förstemanns „Archiv für die Geschichte der kirchl. Reformationo (Bd. 1, 1831). B.s regelmäßiger Wohnsitz war Wittenberg, wo er zu dem vertrautesten Kreise der Reformatoren gehörte. Während des Entscheidungskriegs gegen Karl V. an der Donau 1546 blieb er in Sachsen. Nach der Gefan ennehmung Johann Friedrichs in der Schlacht bei Mühlberg (24. April 1547) folgte er dessen Sohne Johann Friedrich dem Mittlern nach Jena, bis an ein Ende ein treuer Rat und Diener des Fürstenhauses, dem er sein Emporkommen verdankte. Wie die Universität Wittenberg, zu der er im Verhältnis eines Kurators stand, seiner Fürsorge Großes verdankte, so ist die Stiftung der zu Relon (1548) wesentlich ihm zuzurechnen. B. Farb daselbst 20. Febr. 1557. — Von seinen Kindern heiratete eine Tochter den Maler Lukas Cranach den Jungern. Sein Sohn Christian B., der des ältern Cranach Tochter Urfula geheiratet hatte, endigte seine Laufbahn in tragischer Weise. Gleich seinem Vater Kanzler Johann Friedrich des Mittlern, ward er in die Grumbachschen Händel ( d.) perwickelt und am 18. April 1567 zu Gotha hingerichtet. Vgl. Wimmer, Vita Gregorii Pontaniv (Altenb. 1730).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 600Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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