FeedEduard Seymour
GeschichteBrockhaus 1882

Eduard Seymour, Graf von Hertford, bald auch Herzog von Somerset, die übrigen Glieder zur Seite und ließ sich, unterstützt von dem Erzbischof von Canterbury, erlwour Cranmer, zum Protektor ausrufen. Nun erst wurde England wirklich reformiert und die anglikanische oder bis chöfl. Kirche des Reichs erfüllte sich durch Cranmer mit prot. Geiste in ihren Lehren, während man sich in Bezug auf die äußere Kirchenordnung möglichst an das röm. Vorbild anschloß, doch aber auch den durch Heinrich VIII. eingeführten Supremat des Königs beibehielt. Diese Entwickelung wurde auch dadurch nicht gestört, daß der Protektor, der viele Feinde hatte und den ehrgeizigen Absichten seines eigenen Bruders Thomas Seymour durch die Hinrichtung desselben 20. März 1549 hatte zuvorkommen müssen, seinerseits schon im Oktober durch Dudley, Grafen von Warwia, gestürzt wurde. Er wurde 22. Jan. 1552 hingerichtet, als eine von ihm gegen Warwick, der sich inzwischen zum Herzoge von aus Licht tam. 8 gemacht hatte, geplante Erhebung ans Licht kam. Warwick suchte nun seine Stellung und die von Cranmer eingeführte kirchliche Ordnung auch für den Fall zu befestigen, daß der junge König, der stets kränklich war, sterben sollte. Denn nach Heinrichs VIII. Testament hätte dann E.s ältere Schwester, die kath. Maria, folgen sollen. Warwick vermählte daher seinen Sohn Guilford Dudley mit der 16jährigen Johanna Gray, der ältesten Tochter des Herzogs von Suffolk, welcher eine Nichte Heinrichs VIII. * Frau hatte, und E. wurde bestimmt, durch eine erordnung, die übrigens selbst im Geheimen Rate Widerspruch fand, dieser Verwandten mit Übergehung seiner Schwestern Maria und Elisabeth die Nachfolge — übertragen. In der That wurde Johanna, als E. 6. Juli 1553 starb, in London 11. Juli zur Königin ausgerufen, um nach wenigen Tagen Krone und Freiheit an Maria (I. d.) zu verlieren. Mit E., dessen beabsichtigte Vermählung mit Maria Stuart von Schottland durch Frankreich vereitelt worden war, erlosch der Mannsstamm des Hauses Tudor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 766Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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