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GeschichteBrockhaus 1882

Eduard, Prinz von Wales, Fürst von Aquitanien, von seiner Rüstun Eng der Schwarze Prinzgenannt der älteste Sohn König Eduards III. (f. d.) von England, geb. 15. Juni 1330 zu Woodstock, begleitete schon 1346 seinen Vater in den Krieg nach Frankreich und legte in der Schlacht bei Crecy Proben seines Heldenmuts ab. Im weitern Verlaufe des Kriegs war er besonders von Guienne aus thätig. Mit einem Heere von 60 000 Mann brach er 1355 von Bordeaux auf und brannte binnen zwei Monaten auf einem Zuge durchs südl. Frankreich 500 Städte und Dörfer nieder. Ein Man 4%7 render Zug (1356) mit nur 12000 Mann führte 19. Sept. zu der Schlacht bei Poitiers, in der die franz. Übermacht geschlagen und der König Johann gefangen ward. C. behandelte seinen Gefangenen mit großer Ehrerbietung, schloß mit dem Dauphin einen Waffenstillstand und ging 1357 nach England zurück, wo er mit Begeisterung empfangen wurde. Nach einigen Jahren machte ihn sein Vater zum Gouverneur der franz. Besitzungen und ernannte ihn zum Fürsten von Aquitanien. Er hielt nun längere Zeit friedlich zu Bordeaux einen Wesen dica 505 und erwarb 1158 sein edles Wesen die Neigung des Volks. Als 1366 der von Heinrich von Trastamare vom castil. Throne vertriebene Peter der Grausame zu Bayonne erschien, nahm sich E. seiner an. Er rief die durch des Königs von Frankreich Bemühun65 mit Trastamare nach Spanien gezogenen engl. öldnerkompagnien (s. Condottieri) unter seine Fahne und zog im Febr. 1367 mit 30000 Reitern nach Castilien, um für Peter den Thron wiederzuerobern. Nach uul 1367 be Unterhandlungen zersprengte er 3. April 1367 bei Navarette die stärkere Armee Heinrichs und des franz. Connetable Bertrand du Guesclin, von Peter aber sah er sich insofern getäuscht, als dieser sich weigerte, die Kosten der Expedition zu tragen. Von einer schleichenden Krankheit befallen, führte E. die Reste des durch Mangel und Hitze vernichteten Heeres nach Bordeaur zurück. Um die großen Schulden zu tilgen, in die durch Peters Wortbruch gerathen, legte er seinen Ländern drückende Abgaben auf, weshalb sich die Großen beim Könige von Frankreich als dem Oberlehnsherrn beklagten. Karl V. forderte E. zur Rechtfertigung vor, und als dieser mit einer Kriegserklärung antwortete, fiel ein franz. Heer in die engl. Besitzungen ein und bedrohte sogar Angouléme, wo sich der kranke Prinz mit seiner Familie aufhielt. Noch einmal raffte er sich jetzt auf, und sein Name war immer noch so gefürchtet, daß sich vor seinem Banner das franz. Heer auflöste und in die festen Plätze warf. E. erschien, in einer Sänfte getragen, zuerst vor Limoges, das sich den Franzosen feig ereben hatte, nahm die Stadt und ließ 3000 Männer, Weiber und Kinder unbarmherzig niedermetzeln; den franz. Rittern, die sich tapfer verteidigten, schenkte er die Freiheit. Von der Anstrengung dieses Zugs erschöpft und durch den Verlust seines ältesten Sohnes Eduard tief betrübt, kehrte er nach England zurück, wo er noch vor seinem Vater 8. Juni 1376 zu Canterbury starb. Sein Sohn war der König Richard II. (s. d.). Vgl. James, Lite of Edward the Black Princen (Lond. 1836); Le Poittevin de la Croix, AHistoire des expéditions d'Edouard III et du Prince noiro (Brüss. 1854).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 766Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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