Egartenwirtschaft, auch Eggarten⸗, Odgarten- und (in Oberbayern) Chegartenwirtschaft, nennt man die in Niederösterreich, Steiermark, Gberbayern, im Salzburgischen, in Tirol, im Erzgebirge, Westerwald, Murgthale, in der Eifel, den westfäl. Gebirgen und in Oberschwaben übliche Verbindung der Felder⸗ mit der Koppelwirtschaft (. d.) oder die Gebirgs-Feldgraswirtschaft, wonach sämtliches Areal in drei Schläge gelegt ist, von welchen einer als Brache, der zweite zur Weide, der dritte zum Körnerbau benutzt wird. Bei der E. in den Alpen werden die Grundstücke zwei bis vier Fabre zur Grasbenutzung und ebenso lange zum etreidebau verwendet. Die E. eignet sich für 1 birgige Gegenden namentlich deshalb, weil infolge des feuchten Klimas der Graswuchs sich von selbst ansiedelt und s • üppig wächst. Bei hohen Preisen — Vieh und Viehprodukte gewährt die E. eine friedigende Rente und hat überdies den Vorteil, daß sie wenig Kapital und Arbeit erfordert. Das Wort Egarten (zusammengesetzt aus dem altdeutschen gerta, Rute, Zaun, und e, gesetzlich, also eigentlich: das abgezäunte Land) bedeutet Brachland und gehört der alamann. und bayr. Mundart an. Erst seit dem 13. Jahrh. kommt das Wort (in der Form egert, egerde; noch jetzt in Kärnten ogarte) vereinzelt in der Schriftsprache vor. Mit der Egge, wie man wohl meint, steht dasselbe in keiner Beziehung. (leben.