FeedDreifelderwirtschaft
PflanzenreichBrockhaus 1882

Dreifelderwirtschaft heißt ein System des Ackerbaues, bei welchem mit Zuhilfenahme der Brache nur Körner⸗ oder Getreidebau betrieben wird. Die dabei beobachtete Fruchtfolge lautet: 1) Brache, 2) Wintergetreide, 3) Sommergetreide. Von den Römern fast ausschließlich betrieben, durch Karl d. Gr. in Deutschland eingeführt, wo sie die althergebrachte Weidewirtschaft verdrängte, hat sich die D. bis in die Gegenwart als das am weitesten verbreitete Feldsystem erhalten. Dasselbe ist aber nur dort am Platze, wo eine hinreichende Wiesenfläche neben dem Ackerland diesem durch Erhaltung eines entsprechenden Viehstandes den 1. wie hei dor ö Ersatz liefert; wo dies nicht der Fall ist, wie bei der steigenden Bevölkerung in allen Ländern der Hochkultur in der That, da ist die D. der entschiedene Raubbau und muß mit allen Mitteln bekämpft werden. Gelockert wurde ihr System schon durch die Einführung von Klee und Kartoffeln; letztere mußten in der Brache gebaut werden, welche nunmehr ihren Charakter und Einfluß verlor; in dieser Form nennt man diese Fruchtfolge: 1) Hackfrucht, gedüngt, 2) Wintergetreide, 3) Sommergetreide, «verbessertes gegenüber der Kreinen » D. Auch sie genügt nicht den Anforderungen der h der Woch bezüglich der Bodenerschöpfung und muß der selwirtschaft Platz machen, bevor mit der Einführung der Hochkultur die freie Wirtschaft, das Endziel vollkommensten Betriebes, Stätte finden kann. (S. Betriebssystem.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 542Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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