Egel (Hirudinea) ist der Name einer Ordnung von Würmern, welche einige Forscher zu den Plattwürmern, andere zu den Ringelwürmern stellen. Die dahin gehörigen Würmer haben einen weichen, drehrunden oder auf der Bauchseite platten Körper und immer einen beinahe endständigen Saugnapf, sowie häufig noch einen vordern, meist aber unvollständigen und oft nur aus der Oberlippe gebildeten Saugnapf. Übrigens besitzen sie weder Fußhöcer noch Borsten, zeigen aber häufig Querringel des Körpers, ein ziemlich hoch organisiertes Nervensystem, wenig ausgebildete Augen, geschlossenen Blutkreislauf, keine besondern Atemorgane und meist seitliche Anhänge am Darm. In der Mitte des vordern Saugnapfes liegt der dehnbare Mund, der in verschiedener Weise gestaltet sein kann. Bei den Kieferegeln (Gnathobdellida) finden sich im Anfange der Schlundhöhle drei muskulöse, am Rande feingezähnelte Kiefer, die wie eine halbe Kreissäge wirken und deren Stellung die dreieckige Gestalt der durch den Biß der E. hervorgebrachten Wunden erklärt. Bei den Rüsselegeln (Rhynchobdellida) hingegen fehlen die Kiefer ganz, daegen kann der schlauchförmige Schlundkopf wie ein üssel vorgestoßen werden. Alle CE. sind Zwitter, und die meisten legen eigentümliche Cocons, in welchen sich eine große Anzahl Eier befinden. Die E. leben im Wasser oder doch an feuchten Stellen und nähren sich von dem Blute der kalt⸗ und der warmblütigen Tiere, wohl auch von allerhand kleinen Wassertieren. Einige sind Schmarotzer. Zu den Kieferegeln gehören die eigentlichen Blutegel (s. d.) (Hirudo), deren verschiedene Arten meist zu mediz. Gebrauche dienen, sowie die Pferdeegel (Haemopis), welche sich durch rundern Leib und kleinere, schlechter bewaffnete Kiefer unterscheiden. Eine Art dieser Gattung, der gefräßige Pferdeegel (Haemopis vorax), der in den südl. Küstenländern des Mittelmeers lebt, ist für Menschen und Vieh Gach gefährlich, indem er in allen Tümpeln und ächen wimmelt, beim Trinken verschluckt wird und sich dann besonders gern in der Stimmritze und der Luftröhre festsetzt, wo er gefährliche Erstickungszufälle, langwierigen Husten, Blutungen und Auszehrung verursacht. Die Landblutegel Ceylons, die in feuchten Wäldern und Gärten von Gebüschen und Bäumen auf Menschen und Tiere springen und eine wahre Landplage an vielen Orten sind, gehören ebenfalls dieser Gattung an. Unter den Rüsselegeln ist eine in Südamerika und Mexiko in mehrern Arten lebende Gattung (Haementeéria), die ebenfalls zu mediz. Gebrauche verwendet wird und mit ihrem pfriemenförmigen Rüssel die Haut durchbohrt.