FeedEgede (Hans)
ReligionBrockhaus 1882

Egede (Hans), Missionar in Grönland, geb. 31. Jan. 1686 in der Vogtei Senjen in Norwegen, studierte in Kopenhagen Theologie, ward 1707 Prediger zu Vagen im Stifte Drontheim, legte 1717 sein Predigtamt nieder und begab sich 1721 mit seiner Frau und zwei Söhnen und andern Begleitern, im ganzen 46 Personen, nach Grönland, um den eingeborenen Eskimos das Christentum zu predigen. In Grönland war bereits früher unter den im 10. Jahrh. eingewanderten Normannen das Christentum verbreitet und seit 1055 ein Bischof bestellt, aber in der Mitte des 15. Jahrh. wurden ihre Ansiedelungen von den Eingeborenen vollständig vernichtet. E. gründete an der Westküste eine Kolonie Godthaab (Gut-Hoffnung), lernte mit vieler Anstrengung die Landessprache und schuf sich, von seiner ean Gertrud Rask kräftig unterstützt, ein reichgesegnetes Arbeitsfeld. Anfangs ward E. nur von der in Bergen begründeten Grönländischen Gesellschaft unterstützt; als diese sich 1727 auflöste, nahm die dän. Regierung sich seines Werks an, aber 1731 befahl sie, die Kolonie wegen der bedeutenden Opfer aufzugeben, und erst Zinzendorf bewog König Christian VI. (1733) zur Bewilligung eines größern she Mistonave Im J. 1733 kamen auch herrnhutische Missionare nach Grönland, mit denen E. mehrfach in Konflikt geriet; 1736 lehrte er nach Kopenhagen zurück, gründete hier ein grönländ. Seminar für Studenten, die zu Missionaren, und für Zöglinge des Waisenhauses, die zu Katecheten ausgebildet werden sollten, und übernahm die Leitung desselben. Im J. 1740 zum Superintendenten oder Bischof der grönländ. Kirche ernannt, zog er sich 1747 nach Stubbekjöbing, einem Städtchen auf der Insel Falster zurück, wo er 5. Nov. 1758 starb. — Sein Sohn Paul E. wirkte 1734—40 als Gehilfe und Nachfolger des Vaters auf dem n. Missionsgebiet, kehrte 1740 nach Kopenhagen zurück, wurde + am grönländ. Seminar, später Nachfolger des Vaters im Bischofsamt und starb 1789 zu Kopenhagen. Ein ausgezeichneter Kenner der grönländ. Sprache, vollendete er 1766 die vom Vater begonnene Übersetzung des Neuen Testaments, schrieb 1756 einen Grönländ. Katechismuso, 1783 ein «Grönländ.⸗dän. Ritualv.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 771Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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