Egenolff (Egenolphus, Christian), der erste Buchdrucker zu Frankfurt a. M., geb. 26. Juli 1502 zu Hadamar im Nassauischen, kam im J. 1516 als 14jähriger Knabe nach Mainz, um humanistische Studien zu treiben, und lernte später die Buchdruckerkunst. E. ließ sich zuerst 1529 in Straßburg nieder, erwarb aber 1530 in Frankfurt das Bürgerrecht und übersiedelte Anfang 1531 mit seiner Druckerei dahin, wo bis dahin noch keine Buchdruckerei bestand. Sein erstes in Frankfurt gedrucktes Werk war des Stadtschreibers Köbel zu Oppenheim „Stab Jakobso, eine Anleitung zum Messen, welches im Mai 1531 erschien. C. war Buchdrucker,‚ Holzschneider und Buchhändler; seine humanistische Bildung kam ihm beim Druck und Verlag seiner Schriften sehr zu statten; die 1535 herausgegebene Chronik stellte er selbst zusammen, seine Lettern waren gesucht, seine Kenntnis der Holzschneidekunst ließ ihn die befähigtsten Männer, wie Hans Sebald Beham und Virgil Solis für die Illustrationen seiner Bücher gewinnen. Seine Insigne war ein Altar mit einem brennenden Herzen. E. starb 9. Febr. 1555. Das Geschäft wurde von seiner Witwe Margarete, welche 1577 starb, fortgeführt. Nur ein Sohn überlebte ihn von seinen 11 Kindern, aber dieser hatte sich dem geistlichen Stande gewidmet. Vgl. Grotefend, (Christian E.v (Frankf. 1881).