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Bildende KunstBrockhaus 1882

Buchdrucks und Lettern (Adinventione artificiosa imprimendi ac characterizandi) hergestellt sei. Die Nachricht der Kölner Chronik, daß Gutenberg mit seiner Erfindung 1440 begonnen, bis 1450 Versuche gemacht und im letzten Wab Bücher zu drucken angefangen 96 dürfte der Wahrheit er dendtigt Eine Kunst, zu welcher s Eleiben: 3 enötigt wurden, konnte nicht Geheimnis bleiben; zwar waren die Arbeiter in den Druckereien zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet, aber man konnte sie doch nicht hindern, fortzuwandern oder sich selbständig zu etablieren, zumal wenn ein Wechsel in der Leitung der Druckerei eintrat. Es sind Bücher vorhanden, welche das Vorhandensein einer dritten mainzer Druckerei schon zu Gutenbergs Lebzeiten vermuten lassen; ebenso is nachgewiesen, daß Mentel schon 1460in Straßburg, Pfister 1461 zu Bamberg druckte, und die Erstürmung von Mainz durch den Herzo von Nassau 1462, bei welcher die Druckerei des Fust in Flammen aufging, trug ebenfalls zur Verbreitung der Kunst bei. Die ½ Stadt, welche die neue Kunst aufnahm, war Köln, wo Ulrich Zell (. d.) eine vom J. 1463 datierte päpstl. Bulle und 1466 das erste datierte Werk druckte; ein anderer kölner Drucker, Heinrich Quentel (s. d.), ist der Stammpater einer berühmten Buchdruckerfamilie. Von Köln aus verbreitete sich die Kunst nach Norddeutschland, den Niederlanden und England. In Augsburg wurde die B. 1468 von Günther Zainer (. d.) eingeführt; 1487 ließ sich Ehrhardt Ratdolt, der schon früher in Venedig gedruckt hatte, hier nieder. In Nürnberg druckte Joh. Sensenschmid 1470 —78; hier errichtete auch der berühmte Astronom Joh. Regiomontanus (s. d.) eine Offizin; die bedeutendste Druckerei besaß hier Anton Aoberger (s. d.) (1473—1513), der über 100 Gesellen beschäftigte und 16 Buchläden in auswärtigen Städten hatte. Im J. 1471 kam die Kunst nach Speier, wo Drach und die Brüder Hist druckten, 1473 nach Ulm durch Ludwig Hohenwang und Joh. Zainer; hier druckte Leonh. Stoll den Ptolemäus mit in Holz geschnittenen Landkarten; 1475 wurde sie in Breslau und Lübeck, 1481 in Leipzig durch den gelehrten Andr. Friesner, 1482 in Wien und München, 1483 in Nagdeburg, 1485 in Heidelberg, 1491 in Hamburg eingeführt. Deutschland zählte im 15. Jahrh. 49 Druckorte. Obgleich das erste datierte Werk aus Basel die Jahreszahl 1474 trägt, wurde doch schon in den sechziger Jahren hier gedruckt. In Italien wurde die B. von den Deutschen Konr. Sweynheym und ArnoldPannartz eingeführt, w elche, von den Mönchen des Klosters Subiaco bei Rom berufen, dort 1465 druckten und 1467 nach Rom übersiedelten; 1467 wurde auch Ulrich Han vom Kardinal Torquemada nach Rom berufen, wo er eine Druckerei errichtete. In Venedig erhielt Joh. von Speyer 1467 ein Privilegium zum Druck von

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 655Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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