Eggers (Jakob, Freiherr von), Militärschriftsteller, geb. 5 Dorpat 14.(25.) Dez. 1704 als der Sohn eines Bäckers. Bereits in frühester Jugend verlor er den Vater und wurde nach der letzten russ. Eroberung Dorpats von 1708 mit seiner Mutter und allen übrigen Bewohnern der Stadt als Kriegsgefangener nach Rußland abgeführt. Er lebte zuerst in Archangel, dann in Weliki-Ustjuk, wo sich seine Mutter 1713 mit dem kriegsgefangenen schwed. Freiherrn Knut Gabrielson Sparre vermählte, dann in Totma, wo ihn kriegsgefangene schwed. Offiziere in der Mathematik, sowie in der franz. und lat. Sprache unterrichteten. Da E. auch russisch verstand, wurde er als Schreiber in Wologda angestellt, bis er 1721 durch den Frieden von Nystad seine Freiheit wiedererhielt und in schwed. Kriegsdienste trat, wo er sich besonders mit dem Studium der Befestigungskunst beschäftigte. Im J. 1728 begab Be C. nach Frankreich und den Niederlanden zur ervollständigung seiner Kenntnisse und trat während des poln. Thronstreites 1733 in Kriegsdienste des Königs Stanislaus Leszezynski, unter dem er bis zum Hauptmann avancierte. Im J. 1735 trat E. hess. Dienste, ward aber bald nach Stockholm zurückgerufen, bereiste hierauf Osterreich, Ungarn und Italien und ließ sich 1737 als Hauptmann in kursächs. Dienste aufnehmen, wo er 1740 zum Oberstwachtmeister des Ingenieurkorps befördert wurde, mit dem er 1741 am österr. Erbfolgekrieg teilnahm. Im J. 1742 wiederum nach Schweden zurückgerufen, machte er als Generalquartiermeister und Adiutant des Königs Friedrich den Feldzug gegen Rußland mit. Im J. 1744 ging C. abermals in kursächs. Dienste nach Dresden, von dort 1747 zu den franz. Truppen in die Niederlande, wo er als Volontär der Belagerung von Bergen-op-Zoom beiwohnte und über dieselbe ein gelehrtes Werk schrieb: Journal du siège de Bergopzoomo (Opz. 1750), welches mehreremal ins Deutsche übersetzt wurde. Nach Stockholm zurückgekehrt, unterrichtete E. die schwed. Prinzen in den Kriegswissenschaften, gab zu diesem Zwecke Desbois' Dictionnaire militairen (Dresd. 1751) verbessert heraus, verwarf es schließlich ganz und veröffentlichte ein Neues Kriegs⸗, Ingenieur⸗, Artillerie⸗ See⸗ und Ritter-Lexikono (Dresd. 1757), welches seinen Ruf als Militärschriftsteller begründete. Vom König Pxaaden vgn Schweden 1751 zum Chef der Feldrigade befördert, wurde er vom König Gustav III. 1772 in den schwed. Freiherrenstand erhoben und zum Kommandeur des Schwertordens ernannt. E. 11 in Danzig als Generalmajor am 12. Jan. 1773. gl. Ehrengedächtnis des Freiherrn Jakob von C.v (Danzig 1773) und «Andr. Schönbergs schwed. Gedächtnisrede auf E.v (Stockholm 1775).