Eglantine, ein aus dem Französischen übernommener Name für unsere Hundsrose (Rosa canina L.), eine scharfstachelige Strauchart, welche Hecken und Zäune im Sommer durch ihre zwar einfachen, aber anmutigen Blumen, im Herbst durch ihre scharlachroten Früchte (Hagebutten) verschönt. Diese Rosenart ist zugleich mit der Weinrose (Rosa rubiginosa) der einheimische Repräsentant der Gruppe der Cauinae, zu welcher auch die weiße Rose (Rosa alba) mit ihren schönen Spielarten (von denen die verbreitetste Maiden's blush) gehört. Obwohl die Hundsrose keinen Beitrag zu der großen Zahl der Gartenrosen geliefert, hat sie gleichwohl für die Rosenzucht eine große Bedeutung erlangt dadurch, daß sie den gesuchtesten Grundstamm für die Vermehrung der Edelrosen durch Okulation darbietet. Viele Hunderttausende von Stämmen solcher Art von 1—2 m Höhe und darüber werden Jahr für Jahr aus den Wäldern herbeigeholt und an die Rosengärtner zu guten Preisen verkauft, vorzugsweise aus Thüringen, Hessen und Holstein. Da jedoch diese Wildrosenstämme oft zu alt geworden, krumm gewachsen oder verkümmert, durch rohe Behandlung beim Ausheben und während des Transports häufig erheblich beschädigt sind, so ziehen es viele Rosengärtner vor, die zur Veredlung benötigten Unterlagen selbst aus Samen zu erziehen. Diese Sämlinge sind auch in der That für die Veredlung weit besser geeignet als die in den Wäldern gesammelten Wildlinge, brauchen jedoch, um hinreichend starke Stämme zu bilden, mindestens fünf Jahre, er ei sie für Topf⸗ und Buschrosen in viel kürzerer Zeit brauchbar werden. Den Namen E. hat man in manchen Gegenden auch auf die gelbe Rose (Rosa lutea MIII., R. eglanteria L.), eine wahrscheinlich aus dem Orient stammende Art, übertragen, deren schönste Spielart unter den Namen der Türkischen, Wiener oder Kapuziner-Rose (Var. bicolor) bekannt ist. Die eigenartige Schönheit ihrer Blumen, deren Blätter unten elb, oben samtartig feuer⸗, blut⸗ oder braunrot oloriert sind, läßt es schwer begreifen, weshalb sie in den Gärten so wenig angetroffen wird.