Ehrhardt (Karl Ludw.), Historienmaler, geb. zu Berlin 21. Nov. 1813, befuchte das Joachimsthalsche Gymnasium daselbst und dann die Akademie, wo er jedoch nur die Vorbereitungsstudien durchmachte. Im J. 1832 begab er sich nach Düsseldorf, um unter C. Sohn und Schadow in der religiösen Malerei sich fortzubilden. Daneben betrieb er auch die Porträtierkunst. Unter den Bildern jener frühesten Zeit fanden seine Tochter Jephthas und Christus bei Martha und Maria bereits viele Anerkennung. Seit 1839 hielt er sich in Dresden auf, wo damals Ed. Bendemann die Ausschmückung der Säle im königl. Schlosse besorgte, der sich E.s als Gehilfen bediente. Diese Arbeiten nahmen ihren Verlauf bis 1853, schon 1846 aber wurde der Künstler zum Professor der königl. Akademie ernannt. In seinen histor. Kompositionen neigt E. mit Vorliebe den Stoffen der romantischen Poesie zu (Melisendis und Rudello nach dem Gedicht Uhlands, 1841, im königl. Schloß Bellevue in Berlin; Rinaldos Abschied von Armiden, 1842), auch eigentlich geschichtliche Gegenstände aus dem Mittelalter stellt er häufig dar (Versöhnung Ludwigs des Bayern und Friedrichs von Ssterreich; Karl d. Gr. und Fastrada, 1860); daneben lieferte E. zahlreiche Kirchen- und Altargemälde, von welchen als die hervorragendsten Magdalena an dem leeren Grabe, der segnende Heiland (für Kurland), die Himmelfahrt des Herrn (großes Altarblatt für Crostwitz, 1865) zu erwähnen sind. Einer andern Richtung gehören an: Karl V. in St.⸗Just (1854), Luther und die beiden schweizer Studenten in Jena (leipziger Städtisches Museum, 1864), endlich sein größtes Werk, die drei Wandgemälde in der Aula des Gymnasiums zu Bautzen, welche die kulturgeschichtliche Entwickelung der Wissenschaften vorstellen; sie wurden 1871 — 76 ausgeführt. Von E.s Porträts nimmt das des Malers Ludwig Richter (1851), sowie das des Königs Friedrich August (1854) die erste Stelle ein. Für Glasfenster, besonders in Kirchen Englands, entwarf der Künstler Kartons, als Illustrator gab er das 4Balladenbuch » (bei G. Wigand in Leipzig) heraus. Ein wertvolles Werk ist endlich seine deutsche Umarbeitung des KHandbuch der Olmalereiv von Bouvier (6. Aufl., Braunschw. 1882).