Eichler (Aug. Wilh.), namhafter deutscher Botaniker, geb. 22. April 1839 zu Neukirchen in Kurhessen, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld, bezog 1857 die Universität Marburg und promovierte daselbst 1861 mit der Dissertation „Zur Entwickelungsgeschichte des Blattes, mit besonderer Berücksichtigung der Nebenblattbildungene. Nach einjähriger Beschäftigung als Probekandidat am Gymnasium zu Marburg ging E. im Herbst 1861 als Privatassistent des Botanikers von Martius nach München, um besonders bei Herausgabe des Werkes Flora brasiliensiso Hilfe zu leisten. Im J. 1865 habilitierte er sich an der dortigen Universität als Privatdocent der Botanik und übernahm nach von Martius' Tode die alleinige Herausgabe der „Flora brasiliensiso. Im J. 1871 wurde er als ord. Professor der Botanik und Direktor des botan. Gartens nach Gratz berufen, 1873 in gleicher Eigenschaft an die Universität Kiel und 1878 nach Berlin zugleich als Direktor des botan. Museums. Im J. 1880 wurde er auch Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus seiner litterarischen Thätigkeit sind hervorzuheben die Herausgabe der CFlorà brasiliensiso und zahlreiche Monographien einzelner Pflanzenfamilien in derselben, die Monographie der Balanophoreen in De Candolles Prodromuso, Bd. XVII, (Blütendiagrammer (2 Bde., Lpz. 1874 — 78), «Syllabus der Vorlesungen für spezielle und medizinisch-pharmaceutische Botaniko (2. Aufl., Berl. 1880). Seit 1881 gibt E. das Jahrbuch des königl. botan. Gartens und des botan. Museums zu Berlin⸗ ühieh v